Wie sich auch mittlere und kleine Bauunternehmen erfolgreich im Markt positionieren

Bauherren vergeben Aufträge an Unternehmen, denen sie vertrauen. Marken schaffen dieses Vertrauen. Auch mittlere und kleine Bauunternehmen sollten sich deshalb als Marke positionieren.  Es sei falsch, zu denken, erst ab einer gewissen Grösse spiele es eine Rolle, eine Marke zu sein oder nicht, erläutert Silke Egle, Expertin und Dozentin für Marke, Marketing und Kommunikation an der Schule für Gestaltung Basel sowie Geschäftsführerin defacto | ci, einer Marken und Kommunikations-Agentur. «Krisen, auch wie wir sie aktuell erleben, sind für die Unternehmungen herausfordernd, sie bieten aber auch Chancen», sagt sie. Wichtig sei es, von potentiellen Auftraggebern überzeugend und als vertrauenswürdig wahrgenommen zu werden. «Marken schaffen Vertrauen, weil man weiss, wofür sie stehen und dass man sich auf sie verlassen kann. Sie erhöhen die Wiedererkennbarkeit, sind eigenständig und durchsetzungsstark gegenüber den Mitbewerbern. So sticht man unter den Mitbewerbern hervor», betont Egle. 

 

«Wenn man weiss, dass bei der Differenzierung gegenüber den Mitbewerbern die Marken- Performance 40 Prozent neben der Qualität der Produkte, des Angebotes, der Kundenorientierung und der Innovationskraft ausmacht, dann lohnt es sich auf jeden Fall, sich zu diesem Thema Gedanken zu machen», erläutert Egle   

 

Der Weg zur Marke 

 

Eine Marke zu werden bedeute mehr, als ein kreatives Logo in Auftrag zu geben. «Die Verantwortlichen in den Bauunternehmen sollen sich zuerst überlegen, was die Stärken des Betriebes sind und welche Botschaften man in die Marke packen solle.» Wichtig sei es, sich gegenüber den vielen Mitbewerbern zu differenzieren. Starke Marken brauchen starke Botschaftenso Egle. Egle vergleicht die Marke mit einem Gefässdas wir mit positiven Inhalten und Erfahrungen füllen, die dann bei den Zielgruppen bei Bedarf wieder abgerufen werdenBei der Entwicklung und Umsetzung, erläutert sie, solle man sich am besten von einem Fachmann oder einer Fachfrau begleiten lassen.   

 

Dauernder Prozess 

 

Mit der Umsetzung allein ist es indes nicht getan. Eine Marke zu sein sei ein dauernder Prozess, erläutert Egle, weil man es weiterhin schaffen muss, seine Produkte und Dienstleistungen durch positive Assoziationen und Erfahrungen langfristig in den Köpfen der Kunden zu verankern. Das führe dazu, dass Marken nahe am Bedarf ihrer Zielgruppen bleiben und sich auch weiterentwickeln können, um langfristig erfolgreich zu sein.   

 

Vorteile bei Veränderungen  

 

Wenn Bauunternehmen bei der Kundschaft als Marke wahrgenommen würden, gelinge zum Beispiel eine Nachfolgeregelung auch besser, weiss Egle. «Bei vielen Unternehmen ist es so, dass die Kunden vor allem eine Person, den Inhaber oder auch gute Mitarbeiter mit der Firma identifizieren. Das funktioniert für das Unternehmen oftmals gut, weil es von den Kundenbeziehungen profitiert. Wenn es aber zu einer Nachfolge oder einem Mitarbeiterwechsel kommt, dann können die Kunden abspringen oder mit dem Mitarbeiter zum Mitbewerber wechseln, weil sie sich mehr der einen Person zugehörig fühlten statt dem Unternehmen. Werde das Bauunternehmen hingegen als Marke wahrgenommen, würden die Kunden auch bei personellen Wechseln bleiben. «Starke Marken sind wie starke Persönlichkeiten, die in Zeiten unterschiedlichster Veränderungen Stabilität, Orientierung und Sicherheit bieten», sagt Egle.     

 

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Autor: Susanna Vanek

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