«Sie kamen als Hilfsarbeiter und machten Karriere»

Am 27. September 2020 stimmen die Schweizerinnen und Schweizer über die Kündigungsinitiative ab. Der SBV empfiehlt, ein Nein in die Urne zu legen. In einem Interview mit dem Echo der Schweiz erklärt der Bauunternehmer Josef Wiederkehr, warum er dagegen ist.

 

Wird die Kündigungsinitiative angenommen, wird die Personenfreizügigkeit mit den EU-Ländern aufgehoben. In einem Interview mit der Radiosendung Echo der Schweiz erläutert der Bauunternehmer Josef Wiederkehr von der Josef Wiederkehr AG, warum er gegen die Initiative ist. Dabei führt er aus, dass die Behauptung der SVP, mit der Personenfreizügigkeit kämen nicht die benötigten Fachleute ins Land, sondern Unqualifizierte, die die Wirtschaft nicht brauche, nicht entscheidend sei. Sein Unternehmen habe in den letzten Jahren viele Personen aus dem Ausland beschäftigt, die als Hilfsarbeiter gekommen seien und die die Karriereleiter hochgestiegen seien. Nach zehn oder 20 Jahren seien sie auf der Stufe Polier oder Bauführer angekommen. Also in Berufen, in denen ein grosser Fachkräftemangel herrscht.

Wiedereinführung wäre Rückschritt

Wiederkehr meint weiter, die Wiedereinführung von Kontingenten würde einen Rückschritt bedeuten, der zur Rechtsunsicherheit und zu Ungerechtigkeiten führen würde. In seinen Augen könnte es schwierig werden, nach einer allfälligen Annahme der Initiative neue Personen aus dem Ausland einzustellen. Das würde den Fachkräftemangel verschärfen.

 

Hier können Sie das Interview hören.

Autor: Susanna Vanek

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