Turmdrehkrane für Tiefbauarbeiten

Reisen ist derzeit nur beschränkt möglich. Das Team der Schweizer Bauwirtschaft nimmt deshalb Bauinteressierte in Beiträgen über interessante Baustellen rund um den Globus mit auf Reisen. Diesmal geht es nicht weit, nach Paris, wo neue Metrolinien entstehen. Zum Einsatz kommen dabei auch - zehn Turmkrehkrane!

 

Das Projekt «Grand Paris beinhaltet den Bau von vier neuen Linien (15, 16, 17 und 18) sowie die Verlängerung der Linie 14 nach Norden und Süden. Da 90 Prozent dieser Linien unterirdisch verlaufen, wird der Tunnel hauptsächlich mit Tunnelbohrmaschinen gegraben. Insgesamt werden rund 20 Tunnelbohrmaschinen entlang der Strecke eingesetzt. Diese Maschinen arbeiten in grossen Tiefen von 15 bis 55 Metern unter der Erdoberfläche, mit einer Geschwindigkeit von 10 bis 15 Metern pro Tag. Tunnelbohrmaschinen erfüllen mehrere Funktionen, nämlich Bohren, Abtragen des Ausbruchmaterials und Verlegen der Stahlbetonringe, der sogenannten Tübbings- Betonfertigelemente, die das zukünftige Gewölbe des U-Bahn-Tunnels bilden werden. In der Regel haben diese Elemente ein Stückgewicht von 7 bis 8 Tonnen und werden zu einem Ring zusammengesetzt, der normalerweise aus 7 Teilen besteht. Die Tübbings werden vor Ort per LKW angeliefert. Das ist der Moment, in dem Turmdrehkrane zum Einsatz kommen. Geliefert wurden sie von Liebherr, es handelt sich um zehn Modelle 1000 EC-HS. Die Tübbinge werden mit Hilfe des 1000 EC-Hs, der mit einem 4-Tonnen-Segmentgreifer ausgestattet ist, entladen, gelagert und dann in Chargen von zwei oder drei Stück in das Tunnelbauwerk abgesenkt. Die Betonfertigelemente werden anschliessend auf einem Radzug abgesetzt, um sie dann zur Tunnelbohrmaschine zu befördern, die sie zusammensetzt. Dank des Feinpositioniermodus Micromove gelingt das trotz der tonnenschweren Teile millimetergenau. Auch andere Assistenzsysteme wie das Antikollisionssystem oder die Lastpendeldämpfung sorgen für präzises, sicheres Arbeiten.

 

Autor: Susanna Vanek

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