Gutes Jahr 2019 – 20.7 Milliarden Franken Umsatz

Der Umsatz des Bauhauptgewerbes betrug 20.7 Milliarden Franken im Jahr 2019. Damit erwirtschafteten die Baumeister nur leicht weniger als im Rekordjahr 2017. Der Hochbau konnte seine Einnahmen steigern, der Tiefbau sein gutes Niveau halten. Allerdings lief das Schlussquartal unter den Erwartungen. Auch im neuen Jahr rechnet der Schweizerische Baumeisterverband mit einem verhaltenen Start. Mittelfristig dürften die anhaltend lockere Geldpolitik und eine Erholung der Schweizer Konjunktur dem Bauhauptgewerbe wieder Aufwind geben. Dies geht aus der Quartalserhebung des Schweizerischen Baumeisterverbands (SBV) sowie aus dem gemeinsamen Bauindex der Credit Suisse und des SBV hervor. Der Hochbau (Umsatz 10.6 Mrd. CHF, +6.9%) hat sich im Gesamtjahr 2019 positiv entwickelt. Gegenüber dem Vorjahresquartal haben alle Sparten des Hochbaus – Wohnungsbau, Wirtschaftsbau und öffentlicher Hochbau – ihren Umsatz steigern können. Der Tiefbau hat sein gutes Niveau von 10.0 Milliarden Franken ziemlich genau gehalten. Die negative Umsatzentwicklung im privaten Tiefbau konnte durch Steigerungen im öffentlichen Tiefbau kompensiert werden. Schlussquartal 2019 eher schwach

Insbesondere die Sommermonate verliefen für das Bauhauptgewerbe sehr positiv. Um die gut gefüllten Auftragsbücher abarbeiten zu können, haben die Baumeister viele zusätzliche Festangestellte eingestellt. In der Zwischenzeit hat man das Arbeitsvolumen etwas abgetragen. Im vierten Quartal 2019 wurden 5 Milliarden Franken Umsatz generiert, dies entspricht einem kleinen Minus von etwa 3 Prozent gegenüber dem Schlussquartal 2018. Der zuvor starke Wirtschaftsbau wurde von der schwachen globalen Konjunkturlage eingeholt, Umsatz und Auftragseingänge waren deutlich rückläufig. Zudem hat der Wohnungsbau seinen Zenit überschritten.

Ausblick: kurzfristig verhalten, mittelfristig positiv

Der SBV geht davon aus, dass der Umsatz im ersten Quartal 2020 einen leichten Dämpfer im Umfang -0.7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum hinnehmen muss. Im gesamten Jahr 2020 dürfte sich die globale Wirtschaftslage jedoch wieder erholen. Das Zinsniveau wird weiterhin sehr niedrig bleiben. Dies dürfte das Schweizer Wirtschaftswachstum im Allgemeinen und die Baukonjunktur im Speziellen im Jahresverlauf stützen. Entsprechend rechnet der Schweizerische Baumeisterverband damit, dass das Bauhauptgewerbe auch dieses Jahr einen Umsatz von mindestens 20 Milliarden Franken erwirtschaften kann. Der Wettbewerb aber bleibt sehr hart, hohe Gewinnmargen sind nicht zu erwarten.

Martin Maniera, Ökonom, Wissenschaftlicher Mitarbeiter Politik SBV

Detaillierte Auswertungen finden Sie hier:

- Quartalserhebung

- Bauindex

Autor: admin

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