Fünf Männer, 715 Steine und ein Ziel

Bei den fünf Finalisten der SwissSkills Schweizermeisterschaften der Maurer Ben Zaugg, Jonah Rieder, Raoul Rempfler, Nicola Krause und Oliver Iametti dreht sich im Moment alles um die Universität Zürich. Sie ist das Objekt, das in 29 Stunden gemauert werden soll. Dazu ist nicht nur eine gute Technik gefragt, sondern auch eine exzellente Vorstellungskraft. 
Nicola Krause  

Konzentriert arbeiten die fünf Finalisten der Swiss Skills Schweizermeisterschaften der Maurer an ihrer Aufgabe im Baumeister Kurszentrum Effretikon. Das Objekt, das Ihnen vorgegeben wurde, stellt die Universität Zürich dar. Eine sehr anspruchsvolle Aufgabe, wie der Experte René Engetschwiler einräumt. «Das ist klar eine höhere Schwierigkeitsstufe als die Aufgabe im Halbfinale», stellt er klar. Die Knacknuss bestehe darin, dass man über ein gutes Vorstellungsvermögen verfügen müsse. «Man muss einen komplexen zweidimensionalen Plan dreidimensional umsetzen.» Zudem sei der Zeitrahmen sehr eng. 29 Stunden stehen den Finalisten bis zum Ende des Wettbewerbes zur Verfügung. Es könne sein, meint Engetschwiler, dass nicht alle das Objekt fertig zu erstellen vermögen.

Auf Oliver Iametti, Rodesino Impresa di Costruzioni Generali, Nicola Krause, Arnet Bau AG, Raoul Rempfler, Finger AG, Jonah Rieder, Cobal SA und Ben Zaugg, Hans Schmid AG, lastet also ein grosser Druck. Einerseits wollen sie beweisen, dass sie die Aufgabe in der vorgegebenen Zeit schaffen, andererseits würde ein jeder von ihnen natürlich zuletzt gerne auf dem Siegertreppchen stehen. Der Romand Jonah Rieder hat, um auf diesen Moment vorbereitet zu sein, neben einem technischen Training auch an seiner Konzentrationsfähigkeit gearbeitet.

Oliver Iametti 

Die fünf jungen Männer wählten bei den einzelnen Arbeitsschritten teilweise verschiedene Vorgehensweisen. So schnitten Nicola Krause, Raoul Rempfler und Ben Zaugg zu Beginn für die erste Etappe alle Backsteine, während Oliver Iametti und Jonah Rieder das erst taten, wenn sie sie brauchten.

Jonah Rieder 
Verschiedene Motive 

Die fünf Männer stammen alle aus verschiedenen Regionen. Der Romand Jonah Rieder wurde Maurer, weil auch schon sein Vater und sein Grossvater Maurer waren. Der junge Mann ist ein «Chrampfer»: Sein Hobby ist das Arbeiten auf einem Bauernhof. Auch der Berner Ben Zaugg hilft oft in der Landwirtschaft. Daneben wandert er gerne, praktiziert das Bergsteigen und spielt Eishockey. Er wurde Maurer, weil es ihm beim Schnuppern so gut bei seinem Arbeitgeber, der Hans Schmid AG, gefallen hat. Der Zentralschweizer Nicola Krause, dessen Vater Architekt ist, wollte schon als Fünfjähriger Bauarbeiter werden. Der Ostschweizer Raoul Rempfler musiziert gerne in der Gruppe, er spielt Trompete. Am Maurerberuf schätzt er die handwerkliche Arbeit draussen und die Möglichkeit, Erstelltes noch Jahrzehnte später sehen zu können. Der Tessiner Oliver Iametti ist ein sehr vielseitiger junger Mann. Einerseits hat er sich eine Werkstatt für Holzarbeiten eingerichtet, andererseits trainiert er junge Skirennfahrer und war bis vor Kurzem Fussball-Goalie. Wegen den Swiss Skills hat er dieses Hobby temporär auf Eis gelegt, er wollte sich nicht verletzen. Skifahren und Klettern sind auch die Hobbys von Nicola Krause, der zudem sehr viel Zeit mit seinem Hund verbringt. Das Besondere: Er hat seine Fellnase aus dem Militär mitgebracht.

Ben Zaugg 

Weiterbildung ist für alle Finalsten ein Thema. Am ehrgeizigsten ist Oliver Iametti, der Baumeister werden möchte und der im Sinn hat, ein eigenes Bauunternehmen zu gründen.

Raoul Rempfler 

Über den/die Autor/in

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Susanna Vanek

Redaktion «Schweizer Bauwirtschaft»

svanek@baumeister.ch

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