3D-Druck: Ein industrieller Massstab ist das Ziel

Die Digital Technology Unit von Sika hat eine 3D-Betondrucktechnologie entwickelt, die preislich je nach Anwendung mit dem geschalten Beton mithalten kann und welche die Bauzeit um bis zu 50 Prozent verkürzt.

Der Arm des Betonroboters bewegt sich in hoher Geschwindigkeit, der daran befestigte Druckkopf baut Betonschicht um Betonschicht auf, millimetergenau. Der ganze Prozess wird vom Computer gesteuert, die Arbeit erfolgt ohne Unterbruch. Der anspruchvollste Teil der Präzisionsarbeit findet jedoch im Inneren des Druckkopfes statt. In dem von Sika entwickelten Hochleistungswerkzeug wird der Mörtel mit verschiedenen Additiven vermischt, damit er sich innerhalb von Sekunden ver-festigen kann und sich der Baustoff mit der zuvor aufgetragenen Schicht verbindet.

Elemente, die von Sika im 3D-Betondruckverfahren hergestellt wurden, wurden erstmals an einem reellen Bauprojekt ge-testet. Die Aargauer Bauunternehmung Leuthard AG verwendete das neue Verfahren in einem Pilotprojekt bei der Realisie-rung ihres neuen Gebäudes am Firmensitz. So entstanden Säulen, ein Leuthard-Schriftzug und ein Empfangsdesk aus Be-ton. Das tönt spannend. Nicht alles, was man machen kann, setzt sich auf dem Bau allerdings tatsächlich durch. Nur Lösungen, die sich finanziell lohnen beziehungsweise die nicht teurer sind als herkömmliche Methoden, haben die Chance, sich auf dem Markt zu behaupten. Genau das gilt für den 3D-Betondruck von Sika – im Gegensatz zu einigen anderen Verfahren, die es ebenfalls gibt. «Es war von Anfang an unser Ziel, mit dem 3D-Betondruck eine konkurrenzfähige industrielle Lösung zu finden», sagt Frank Höfflin, Chief Technology Officer Sika. «Dieses Ziel haben wir erreicht. Mit unserer Technologie ist es möglich, Beton derart schnell, günstig und präzise zu drucken, dass er auf Baustellen eingesetzt werden kann.»

Freie Formen

Einen Vorteil weist das Verfahren gegenüber geschaltem Beton aus: Die freie Formwahl. Der Architekt ist beim Entwerfen viel freier, weil der in den digitalen Planungsprozess eingebundene Drucker alle möglichen Formen zu realisieren vermag, auch runde, geschwungene. Müssten diese geschalt werden, wäre das aufwendig und teuer. Die Sika-Verantwortlichen sind vom neuen Verfahren überzeugt. Sie haben sich bereits mehrere Patentanmeldungen gesichert.

Ein Video - leider nur englisch verfügbar - sehen Sie hier.

Autor: Susanna Vanek

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