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12.06.17  |  

Felssicherungsmassnahmen beim Luzerner Kloster Werthenstein abgeschlossen

An der Felswand unterhalb des Klosters Werthenstein kam es in den letzten Jahren wiederholt zu Gesteinsabbrüchen. Da mit weiteren Felsabbrüchen bis unter die Umfassungsmauer des denkmalgeschützten Klosters gerechnet werden musste, startete im Oktober 2016 ein Felssicherungsprojekt. Diese Arbeiten werden in den nächsten Tagen termin- und budgetgerecht abgeschlossen. Die Felswand ist damit für die nächsten 50 Jahre gesichert.

Kloster Werthenstein.


Die Sicherungsarbeiten wurden im Herbst 2016 eingeleitet, nachdem eine vertiefte Beurteilung 2015 gezeigt hatte, dass mit weiteren Felsabbrüchen bis unter die Umfassungsmauer des Klosters zu rechnen ist. Das Projekt schliesst im Rahmen der budgetierten Kosten von 4.9 Millionen Franken ab. An diesen beteiligt sich der Bund mit rund 2 Millionen Franken. Der Restbetrag geht zu Lasten des Kantons Luzern, als Besitzer der Klosteranlage. Um die Funktionsfähigkeit der Netze, Verankerungen und Betonkonsolen in der Felswand sowie der Sicherheitseinrichtungen langfristig gewährleisten zu können, wird deren Zustand zukünftig periodisch überprüft.
 
Felswand für die nächsten 50 Jahre gesichert
Insgesamt wurden mehr als 5 km Bohrlöcher für die ebenso langen Anker in die Wand gebohrt, um den Felsen und das aufliegende Lockermaterial zu sichern. Daran wurden ca. 3'300 m2 Netz befestigt und als Erosionsschutz über die Felswand gespannt. Bald wird die Vegetation die grossflächigen Netzabdeckungen überwachsen, so dass sie nicht mehr sichtbar sind. Des Weiteren wurde der labile Felsen am Emmenufer abgebaut und die überhängenden Felspartien mittels Betonkonsolen gesichert. Diese Bauarbeiten sind nun abgeschlossen, der grosse Kran wurde demontiert und in den nächsten Tagen startet der Rückbau des Installationsplatzes. Durch diese baulichen Massnahmen ist die Felswand bei der Klosteranlage für die nächsten 50 Jahre gesichert.
 
Arbeiten während des Winterhalbjahres
Ausschlaggebend für das Ansetzen der Arbeiten im Winterhalbjahr war die Niederwasserperiode der Kleinen Emme. Die zehn bis zwanzig Arbeiter waren im sehr schwierigen Gelände zeitweise extrem gefordert, besonders im Januar 2017 als das Thermometer mehrere Tage lang -5 bis -15 Grad Celsius anzeigte. Auch der wiederkehrend erhöhte Abfluss der Kleinen Emme Ende Januar mit Eistrieb forderte die Arbeiter auf der Baustelle. Das vorgängig erarbeitete Notfalldispositiv hat sich bewährt, so dass es keine nennenswerten Schäden gab.


Schweizer Bauwirtschaft 9/2017 vom 23. August 2017

Die Themen der aktuellen Ausgabe:

Arbeitssicherheit:  Welchen Einfluss hat die Digitalisierung?

Technik: Der grösste Raupenkran der Schweiz im Einsatz.

Bildung: Die Webserie «Die Bauhelden» wirbt für eine Lehre auf dem Bau.

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