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20.03.17  |  

Kleine Haushalte brauchen mehr Wohnfläche

Die Zürcherinnen und Zürcher beanspruchen durchschnittlich 45 Quadratmeter Wohnfläche pro Kopf. Allerdings existieren grosse Unterschiede. Eine Studie des Statistischen Amts geht den verschiedenen Einflussgrössen auf den Wohnflächenverbrauch auf den Grund.

Je kleiner der Haushalt in der Stadt Zürich ist, desto mehr Wohnfläche beanspruchen die Bewohnerinnen und Bewohner.


Je mehr Leute in einem Haushalt wohnen, desto kleiner ist der Wohnflächenverbrauch pro Person: Wer allein in einer Mietwohnung lebt, beansprucht im Schnitt 68 Quadratmeter Fläche. Dies sind etwa 60 Prozent mehr als die 42 Quadratmeter pro Kopf in einem Paarhaushalt. In einem Vierpersonenhaushalt beträgt die individuell benötigte Wohnfläche sogar nur 25 Quadratmeter. Der Grund dafür ist, dass sich in einem grossen Haushalt mehr Personen die allgemeinen Räume wie Bad, Küche und Wohnzimmer teilen als in einem kleinen.

Je teurer das Wohnen, desto geringer der Flächenverbrauch
Müssen pro Quadratmeter Wohnfläche monatlich zehn Franken mehr Miete bezahlt werden, so sinkt der Pro-Kopf-Wohnflächenverbrauch des Haushalts um vier Prozent. Gerade für grosse Haushalte kann deshalb eine Wohnung in Gemeinden mit hohen Mieten in der gewünschten Grösse unerschwinglich sein. So haben zum Beispiel vierköpfige Familien in der vergleichsweise teuren Stadt Zürich pro Person durchschnittlich zwei Quadratmeter weniger Wohnfläche zur Verfügung als solche in den umliegenden Gemeinden.

Wohneigentümer leben grosszügiger
Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen sind im Allgemeinen grosszügiger konzipiert als Miet- oder Genossenschaftswohnungen. Das wirkt sich auf den Pro-Kopf-Wohnflächenverbrauch aus: Dieser beträgt im Einfamilienhaus durchschnittlich 59 Quadratmeter. In der Eigentumswohnung sind es noch 56 und in der Miet- oder Genossenschaftswohnung 43 Quadratmeter. Wohneigentum wird meist erst nach der Familiengründung erworben. Die Eigentumsquote steigt deshalb mit dem Alter an: Über die Hälfte der 66- bis 75-Jährigen wohnt in den eigenen vier Wänden, bei den 26- bis 35-Jährigen sind es hingegen weniger als zehn Prozent.

Erhöhter Wohnflächenverbrauch im Alter
Die hohe Eigentumsquote ist einer der Gründe dafür, dass Rentnerhaushalte einen überdurchschnittlichen Wohnflächenverbrauch aufweisen: Über 64-Jährige leben im Schnitt auf 64 Quadratmetern. Wesentlich ist zudem, dass im Alter der Durchschnittshaushalt wieder kleiner wird, sich aber ein Wohnungswechsel aus finanziellen Gründen oftmals nicht aufdrängt. Viele Ein- oder Zweipersonenhaushalte bleiben deshalb in der grosszügigen Familienwohnung, obwohl die Kinder bereits ausgezogen sind.

Demografie ist entscheidend

Um der Zersiedelung entgegenzuwirken, wäre es wünschenswert, die Pro-Kopf-Wohnfläche zu senken. Die Zürcher Bevölkerung hat mit der Annahme der Kulturlandinitiative dieses Anliegen unterstützt. Gerade auf den bedeutendsten Wohnflächentreiber – die Haushaltsgrösse – kann jedoch nur schwer Einfluss genommen werden. Der Anteil der Kleinhaushalte wird hauptsächlich durch die Demografie – sprich durch die Individualisierung und die Alterung der Zürcher Bevölkerung – bestimmt.



Schweizer Bauwirtschaft 7/8 2017 vom 20. Juli 2017

Die Themen der aktuellen Ausgabe:

Building Award:  Warum nicht ein Grossprojekt prämiert wurde.

Technik: Wenn mit Robotern und 3D-Druckern gebaut wird.

Unternehmensführung: Aufgepasst auf die Änderung der Mehrwertsteuer.

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