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31.08.17  |  

So plant die SBB ihre Baustellen

Auf dem Netz der SBB verkehren immer mehr Züge. Gleichzeitig gibt es immer mehr Baustellen sowohl für den Unterhalt wie auch den Ausbau der Infrastruktur. Die Herausforderung liegt darin, dass die Baustellen möglichst geringe Auswirkungen auf die Kunden haben, aber trotzdem effizient gearbeitet werden kann. Eine Aufgabe, welche die SBB täglich zu meistern hat.


Immer mehr Züge und immer mehr Baustellen – das ist eine grosse Herausforderung. Die SBB plant für Bauarbeiten pro Jahr ungefähr 15 000 Gleissperrungen und 120 000 einzelne Bauintervalle sowie 1500 Langsamfahrstellen. Früher baute die SBB vor allem nachts, weil zwischen Mitternacht und fünf Uhr meistens keine Personenzüge verkehren. Da aber der Güterverkehr zunimmt, werden die Betriebspausen währen der Nacht immer kürzer. Deswegen braucht die SBB zusätzliche Zeitfenster für Bauarbeiten, sogenannte Intervalle.

Die SBB hat mehrere Möglichkeiten, um solche Intervalle zu schaffen: Sie kann Züge umleiten, gewisse Halte temporär aufheben oder einzelne Strecken länger sperren. Die letzte Variante hat den positiven Nebeneffekt, dass die negativen Auswirkungen auf die Kundinnen und Anwohner weniger lang andauern. Ausserdem sind bei längeren Streckensperrungen die Kosten normalerweise tiefer – und dies trotz des Bahnersatzes, den die SBB in diesem Fall bezahlen muss.

Grössere Sperrungen werden teilweise bis zu sechs Jahre im Voraus geplant. Kleinere Sperrungen können später ergänzt werden. Immer öfter werden Arbeiten gebündelt, damit eine bestimmte Strecke nur einmal gesperrt werden muss. Dadurch gelingt es der SBB, nicht nur die Kosten tief, sondern auch negative Auswirkungen auf die Kunden so gering wie möglich zu halten. Damit sich Kundinnen und Kunden bei Baustellenunterbrüchen frühzeitig über alternative Reisemöglichkeiten informieren können, werden langfristig geplante Änderungen in die gedruckten und elektronischen Fahrplänen aufgenommen. Werden die Baustellen jedoch kurzfristig eingeplant, ist dies eine grosse Herausforderung für die Planung der Ersatzkonzepte aber auch für die Kundeninformation. Für die Ersatzkonzepte müssen in diesem Fall kurzfristig Züge geplant, Trassen gestellt und Personal bestellt werden, die Möglichkeiten für die Kundeninformationen sind jedoch eingeschränkt. Die SBB empfiehlt deshalb allen Reisenden – auch jenen die häufig mit dem Zug unterwegs sind – sich regelmässig im Online-Fahrplan auf der SBB Mobile App zu informieren, ob es kurzfristige Änderungen im Fahrplan gibt.

«Auch auf den Güterverkehr wirken sich längere, dafür intensivere Baustellen weniger drastisch aus. Cargo wird deshalb bei der Intervallplanung frühzeitig mit einbezogen, damit trotz Baustellen ein reibungsloser Gütertransport ermöglicht wird», schreiben die SBB.


Schweizer Bauwirtschaft 9/2017 vom 23. August 2017

Die Themen der aktuellen Ausgabe:

Arbeitssicherheit:  Welchen Einfluss hat die Digitalisierung?

Technik: Der grösste Raupenkran der Schweiz im Einsatz.

Bildung: Die Webserie «Die Bauhelden» wirbt für eine Lehre auf dem Bau.

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