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03.03.17  |  

Bündner Bauwirtschaft: Gute Nachfrage dank dem Tiefbau

Das vergangene Baujahr 2016 war geprägt von einer guten Nachfragesituation im Tiefbau und einer sich abzeichnenden Konsolidierung im Hochbau, diese allerdings auf tieferem Niveau gegenüber früheren Jahren.

Die Bündner Bauwirtschaft - im Bild Chur - verzeichnete im 2016 eine gute Nachfrage. Foto: Wikimedia


Die aktuell vorliegenden Jahreszah-len 2016 über den Verlauf der Bauwirtschaft im Kanton Graubünden verkünden keine Überraschungen. Der Hochbau bleibt nachhaltig geprägt durch den weggebrochenen Zweitwohnungsbau in den Tourismusregionen und im Tiefbau kommt einmal mehr die stetige Investitionstätigkeit der öffentlichen Hand in den statistischen Daten zum Ausdruck. Entsprechend stabil präsentiert sich die Zahl der Beschäftigten im Bau-hauptgewerbe per 30. Juni 2016 bei knapp 5000 Beschäftigten mit einem marginalen Rückgang von -0.4 Prozent. Die Auftragseingänge und das Bauvolumen verzeichnen erfreulich positive Entwicklungen in allen Sparten. Der milde Spätherbst erlaubte eine produktive Bautätigkeit bis kurz vor Weihnachten. Dies schlug sich allerdings per Ende Dezember 2016 in einem stark geschrumpften Arbeitsvorrat, insbesondere im Wohnungsbau und im übrigen Hochbau, nieder.

Im Jahr 2016 verzeichneten die Auftragseingänge auf Grund der guten Nachfrage im Tiefbau und einer Konsolidierung im Wohnungsbau und im übrigen Hochbau gegen-über dem Vorjahr eine Zunahme um insgesamt + 6.6 Prozent. Insbesondere im Wohnungsbau und im übrigen Hochbau wurde der Rückgang aus den Vorjahren allerdings nicht wettgemacht. Die Auftragseingänge im Tiefbau beliefen sich im 2016 auf 56 Prozent der gesamten Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe. Dies weist auf die hohe Bedeutung des Infrastrukturbaus und der Unterhaltsinvestitionen - insbesondere der öffentlichen Hand und der Rhätischen Bahn - für die Bündner Bauwirtschaft hin.
Insgesamt summierten sich die Auftragseingänge im Jahr 2016 auf 981.2 Millionen Franken. Gegenüber dem Vorjahr mit 920.1 Millionen Franken ergibt dies eine Zunahme von +6.6 Prozent. Dank der Nachfrage im Tiefbau resultiert damit der dritthöchste Wert innerhalb der achtjährigen Vergleichsperiode. Die Auftragseingänge im Tiefbau nahmen gegenüber dem Vorjahr um +7.6 Prozent zu. Die nachhaltig hohe Investitionstätigkeit von Bund, Kanton und der Rhätischen Bahn in den Unterhalt und den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur ist der Haupt-grund dafür. Im Wohnungsbau konnte mit einer Zunahme von +9.7 Prozent der Einbruch des Vorjahres von –18.9 Prozent nur zur Hälfte wettgemacht werden, während im übrigen Hochbau bei einer Zunahme von +21.5 Prozent der Einbruch im Vorjahr kompensiert werden konnte. Die teilweise Kompensation der Vorjahreseinbrüche im Wohnungsbau ist allerdings eine kantonsweite Betrachtung, die den regionalen Unterschieden keine Rechnung trägt. Die Zunahme der Nachfrage ist primär in Nordbünden mit dem Bündner Rheintal zu verzeichnen, wäh-rend in den Tourismusregionen die Nachfrage im Hochbau nach wie vor weitgehend zum Erliegen gekommen ist.


Schweizer Bauwirtschaft 7/8 2017 vom 20. Juli 2017

Die Themen der aktuellen Ausgabe:

Building Award:  Warum nicht ein Grossprojekt prämiert wurde.

Technik: Wenn mit Robotern und 3D-Druckern gebaut wird.

Unternehmensführung: Aufgepasst auf die Änderung der Mehrwertsteuer.

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