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06.04.17  |  

Kantonsbeitrag an Gesamtrestaurierung «Europäischer Hof Hotel Europe»

Der palastartige Belle Epoque-Bau wurde 1902/03 als «Grand Hotel» im Auftrag des renommierten Engelberger Hotelpioniers und ehemaligen Talammans Eduard Cattani (1841-1908) errichtet. Das Hotel ist als Kulturobjekt von regionaler Bedeutung im kantonalen Schutzplan Engelberg aufgeführt.

Der Spatenstich vom 4. April 2017. Der Investor Yunfeng Gao ist zu einem Drittel am Bauunternehmen Eberli beteiligt.


Der Architekt des prestigereichen Engelberger Hotelbaus war Eduard Cattanis' Bruder Arnold Cattani (1846-1921), der in Engelberg um die Jahrhundertwende auch die Kuranstalt mit dem zugehörigen Festsaal (heute Kursaal) geplant hatte. Mit diesen grossen, repräsentativen Hotelbauten hatten die Cattanis bedeutenden Anteil an Engelbergs Entwicklung zum internationalen Kur- und Ferienort. Nach den wirtschaftlich schwierigen Zeiten des Ersten und Zweiten Weltkriegs wurde die Kuranstalt im Kurpark 1953 abgebrochen und im Jahr darauf das «Grand Hotel Winterhaus» in «Europäischer Hof Hotel Europe» umbenannt. Nach einem Besitzerwechsel 1980 beherbergte das Haus unter anderem eine Hotelfachschule. 2010 konnte der Kursaal unter Begleitung der Denkmalpflege restauriert werden. Im Jahr 2011 wurde das Hotel vom Investor Yunfeng Gao gekauft, der plant, das Haus umfassend zu erneuern, zu erweitern und unter dem Namen «Hotel Titlis Palace» voraussichtlich in der zweiten Hälfte 2019 neu zu eröffnen.

Die Gesamtrestaurierung des historischen Hotels sieht folgende denkmalpflegerisch relevanten Arbeiten vor: Restaurieren der Putzfassaden und Balkone sowie der weiteren architektonischen Gliederungselemente, Wiederherstellung des ungünstig veränderten Daches, energetische Ertüchtigung der bauzeitlichen Fenster in den Gesellschaftsräumen des Hochparterres, fachgerechter Ersatz der übrigen Fenster, umfassende Restaurierung der ursprünglichen Raumausstattungen mit ihren Platten- und Parkettböden, den Stuckmarmorsäulen, den Sockelverkleidungen aus Naturstein und den Wandtäfern sowie den Stuckdecken. In den Zimmergeschossen bleiben die charakteristischen Türelemente, die Eichenparkettböden sowie die Stuckprofile der Decken weitgehend erhalten.

Das Restaurierungskonzept ist mit der Fachstelle für Denkmalpflege und Archäologie abgesprochen, die auch die Bauarbeiten begleitet. Gestützt auf das Kulturgesetz und die kantonale Denkmalschutzverordnung hat der Regierungsrat der Bauherrschaft einen Kantonsbeitrag von maximal 503 426 Franken an die Kosten der denkmalpflegerisch relevanten Arbeiten bewilligt. Dieser Betrag entspricht 5.55 Prozent der voraussichtlichen beitragsberechtigten Kosten der Gesamtrestaurierung. Das Bildungs- und Kulturdepartement beantragt beim Bundesamt für Kultur einen Bundesbeitrag in derselben Höhe.

Der Spatenstich für die Arbeiten hat am 4. April 2017 stattgefunden, die Snaierung dauert voraussichtlich zwei Jahre.


Schweizer Bauwirtschaft 5/2017 vom 19. Mai 2017

Die Themen der aktuellen Ausgabe:

Gian-Luca Lardi:  Wie der SBV-Zentralpräsident die Zukunft des Bauens beurteilt.

Bildung: Flavia Schnoz aus Disentis arbeitet sehr gerne als Maurerin.

Unternehmensführung: Gute Perspektiven für Schweizer Strassenbauer in Deutschland.

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