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17.07.17  |  

Das grosse Bauprojekt und das kleine Flüsslein

Das Bauvorhaben Stuttgart 21 ist weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt. Ein wichtiger Teil des gigantischen Projektes ist der Bau des Nesenbachdükers.

Der Nesenbachdüker verläuft unterhalb des Bahnhofstroges. Skizze: BPA GmbH


Der Nesenbach war einst ein kleines Flüsschen, wird aber schon seit vielen Jahren als Hauptsammler der Stuttgarter Mischkanalisation verwendet. Bislang verlief er parallel zu den Gleisen des Stuttgarter Bahnhofs. Da mit dem Bau von Stuttgart 21 der gesamte Bahnhof um 90 Grad gedreht und unter die Erde verlegt wird, muss der Abwasserkanal jetzt mithilfe eines 150 Meter langen Dükers – das ist eine Druckleitung zur Unterquerung eines Tunnels oder eines Flusses – unter dem Bahnhofstrog hindurchgeleitet werden. Dieser teilt sich in drei Dükerleitungen mit unterschiedlichen Querschnitten auf. Der grösste davon wird als rechteckiger Ortbetonquerschnitt  hergestellt. Der Nesenbachdüker ist für Stuttgart 21 extrem wichtig. Mit seinem Gelingen, kann das Projekt stehen und fallen: Da der 9 mal 5 Meter grosse Ortbetonquerschnitt zum Teil knapp 20 Meter unter der Erdoberfläche liegt, kommt er einer Gesteinsschicht, die das Grundwasser vom Mineralwasser trennt, gefährlich nahe. Damit dies nicht zu Problemen führt, sind verschiedene bautechnische Massnahmen erforderlich. Eine davon ist, dass der Düker hervorragend abgedichtet werden muss.

Gute Abdichtung – hier besonders wichtig

Die DB PSU (Deutsche Bahn Projektgesellschaft Suttgart Ulm) hat die Firma Züblin mit dem Bau des Bahnhofs beauftragt. Diese arbeitet beim Nesenbachdüker eng mit der Aqua-Protec GmbH, Bempflingen, zusammen, einem Unternehmen, das sich auf Abdichtungsarbeiten spezialisiert hat. Beim Bau des Nesenbachdükers verwendet sie unter anderem die Bentonit-Doppelabdichtung CEMtobent® CS-Plus und das Bentonit-Quellband QUELLMAX®-Plus. Letzteres besteht aus drei sich optimal ergänzenden Komponenten: erstens – einer PE-Folie als primäre Abdichtung; zweitens – einer Bentonitdichtmatte, die als sekundäre Abdichtung dient, und drittens – einem PE-beschichteten Gewebe, das den Abdichtungseffekt unterstützt. Sie ist gleichzeitig ein Wurzel- und Radonschutz. Dabei kommt die abdichtende Wirkung der Bentonitdichtmatte erst dann zum Tragen, wenn die Primärdichtung beschädigt werden sollte. Durch eindringendes Wasser reagiert das Bentonit, wodurch eine extrem dichte, pastöse Dichtschicht entsteht. Sie dichtet das Bauwerk ab. Dank der gekonnten Materialzusammensetzung und der hervorragenden Verarbeitung ist die Bentonit-Doppelabdichtung extrem widerstandsfähig, leicht verlegbar und umweltfreundlich. Mit ihrem integrierten Regenschutz kann sie zu jeder Zeit eingebaut werden. Dabei genügt es, die Stösse der Folie zu überlappen – aufwendige Schweissarbeiten sind nicht erforderlich. Da die wasserseitig geschlossene PE-Folie verhindert, dass die Bentonitfeinteile ausgespült werden, kann CEMtobent CS auch bei strömendem Grundwasser eingesetzt werden. Ein Aspekt, der bei dem Nesenbachdüker von besonders grosser Bedeutung ist, da dieser im Grundwasser verlegt wird. Ergänzt wird die Bentonit-Doppelabdichtung durch das Bentonit-Quellband QUELLMAX®-Plus.

Der Bau des Nesenbachdükers soll voraussichtlich bis 2019 abgeschlossen werden, womit ein wichtiger Abschnitt für die Errichtung des neuen Stuttgarter Bahnhofes vollbracht ist.


Schweizer Bauwirtschaft 7/8 2017 vom 20. Juli 2017

Die Themen der aktuellen Ausgabe:

Building Award:  Warum nicht ein Grossprojekt prämiert wurde.

Technik: Wenn mit Robotern und 3D-Druckern gebaut wird.

Unternehmensführung: Aufgepasst auf die Änderung der Mehrwertsteuer.

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