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18.05.17  |  

Mit viel Innovation und Engagement optimistisch in die Zukunft

Der Branche der Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik weht teilweise ein rauer Wind entgegen, die Investitionen in diesem Bereich stagnieren oder sind sogar rückläufig. An der Generalversammlung von GebäudeKlima Schweiz diskutierten Branchenvertreter über mögliche Gründe, suchten gemeinsam nach Lösungen und blickten mit Zuversicht in die Zukunft.

Vorstand GebäudeKlima Schweiz (v.l.n.r.): Dennis Reichardt (Beisitz suissetec), Rico Ackermann, Ferdinand Tunkel, Steffen Schmidt, René Schürmann (Präsident), Arnold Marty, Michel Lambelet, Konrad Imbach (Geschäftsleiter). Nicht auf dem Bild: Richard Osterwalder.


Mitte Mai fand die Generalversammlung von GebäudeKlima Schweiz (GKS) statt, der bedeutendsten Schweizer Hersteller- und Lieferantenvereinigung der Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik. Dazu fanden sich zahlreiche Persönlichkeiten der Gebäudetechnik-Industrie in Olten ein. Nach der Begrüssung durch GKS-Präsident René Schürmann hiessen die Mitglieder Jahresrechnung und Bilanz des Verbandes gut. Im Anschluss daran nutzten die Anwesenden die Gelegenheit, sich über aktuelle Themen der Branche auszutauschen, unter anderem über die eher rückläufigen Investitionen seitens Bauherren in die Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik.

 

«Einer der Gründe dafür ist die allgemein angespannte Wirtschaftslage und der damit verbundene Sanierungsstopp», zeigte sich René Schürmann überzeugt. Aber auch die zurzeit noch unsicheren gesetzlichen Rahmenbedingungen betreffend der Energiestrategie seien nicht optimal. Und nicht zuletzt gerieten Einzelfeuerungen immer mehr in Bedrängnis durch Fernwärme-Lösungen. «Oft wird Fernwärme dabei als die beste Lösung zur Erreichung der energiepolitischen Ziele propagiert. Es ist oft nicht klar, aufgrund welcher Gesichtspunkte diese Aussagen gemacht werden», unterstrich der GKS-Präsident.

 

Weder technisch noch wirtschaftlich realisierbar

Gleicher Meinung wie René Schürmann ist auch Professor Bert Oschatz. Der Geschäftsführer des Instituts für Technische Gebäudeausrüstung Dresden stellte in seinem Referat an der Generalversammlung seine vergleichende Studie zu dezentraler und zentraler Wärmeversorgung im deutschen Wärmemarkt aus energetischer und ökonomischer Sicht vor. Auch in Deutschland sei eine Energiewende im Gange. «Dabei wird teilweise sehr stark und unreflektiert auf Wärmenetze gesetzt», so Bert Oschatz. Denn: «Würden sämtliche Gebäude an Wärmenetze mit einer Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Brennstoffen angeschlossen, liesse sich zwar tatsächlich mehr Energie und CO2 einsparen, als durch eine Erneuerung des dezentralen Wärmesystems bei allen unsanierten oder teilsanierten Gebäuden. Nur ist dies weder technisch noch wirtschaftlich realisierbar.»

 

Die Kosten für diese Wärmenetz-Strategie seien schlicht um das Mehrfache höher als die Erneuerung sämtlicher dezentraler Wärmesysteme. Auch für den Mieter oder den Hausbesitzer, der in der Regel mit höheren Heizkosten rechnen müsse. «Da lassen sich die energiepolitischen Ziele mit der Sanierung von Einzelheizungen einfacher erreichen. Denn auch mit einer Erneuerung aller zentralen Wärmesysteme liessen sich in Deutschland 160 Milliarden Kilowattstunden Primärenergie einsparen.» Diese Situation sei im Grundsatz auch in der Schweiz zutreffend, sofern es zu keinen gravierenden politischen Eingriffen in den Markt käme, so der Energieexperte.

 

Erfolgreiche Projekte von GebäudeKlima Schweiz

Seitens GebäudeKlima Schweiz werde man sich diesem Thema verstärkt annehmen und an geeigneter Stelle Aufklärungsarbeit leisten, versprach René Schürmann an der Generalversammlung. Gleichzeitig unterstrich er die Stärken der Schweizer Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik-Branche, die dank starker Innovationen, hoher Qualität und bestem Knowhow zuversichtlich in die Zukunft schauen könne. Dazu trage auch das Engagement seitens GebäudeKlima Schweiz bei. So habe man im vergangenen Jahr zusammen mit Partnern gleich mehrere Projekte zur Unterstützung der Mitglieder und der Branche realisieren können.

 

Eines dieser Projekte ist die Informationsplattform «GebäudeKlima Energieetikette». Dort sind inzwischen die ersten Lüftungsgeräte aufgeschaltet, deren Energieetiketten durch ein unabhängiges Kontrollgremium für die Schweiz verifiziert wurden. Daneben engagierte sich GebäudeKlima Schweiz im vergangenen Jahr stark im Ausbildungsbereich. Im Dezember schlossen die ersten Absolventen des neu geschaffenen Lehrgangs «Fachmann/Fachfrau Komfortlüftung» erfolgreich ab. Ebenfalls im 2016 wurde der Lehrgang «Fachmann/Fachfrau Wärmesysteme» neu konzipiert und noch besser auf die Marktentwicklungen sowie die Bedürfnisse der Unternehmen abgestimmt. Im April startete hier das erste Grundlagenmodul mit 47 Teilnehmern. Diese hohe Zahl wiederspiegle auch die grosse Beliebtheit der Berufe rund um Wärmesysteme. «Ein schönes Signal für nachhaltige Weiterentwicklung unserer Branche», ist René Schürmann überzeugt.

Mitte Mai fand die Generalversammlung von GebäudeKlima Schweiz (GKS) statt, der bedeutendsten Schweizer Hersteller- und Lieferantenvereinigung der Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik. Dazu fanden sich zahlreiche Persönlichkeiten der Gebäudetechnik-Industrie in Olten ein. Nach der Begrüssung durch GKS-Präsident René Schürmann hiessen die Mitglieder Jahresrechnung und Bilanz des Verbandes gut. Im Anschluss daran nutzten die Anwesenden die Gelegenheit, sich über aktuelle Themen der Branche auszutauschen, unter anderem über die eher rückläufigen Investitionen seitens Bauherren in die Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik.

«Einer der Gründe dafür ist die allgemein angespannte Wirtschaftslage und der damit verbundene Sanierungsstopp», zeigte sich René Schürmann überzeugt. Aber auch die zurzeit noch unsicheren gesetzlichen Rahmenbedingungen betreffend der Energiestrategie seien nicht optimal. Und nicht zuletzt gerieten Einzelfeuerungen immer mehr in Bedrängnis durch Fernwärme-Lösungen. «Oft wird Fernwärme dabei als die beste Lösung zur Erreichung der energiepolitischen Ziele propagiert. Es ist oft nicht klar, aufgrund welcher Gesichtspunkte diese Aussagen gemacht werden», unterstrich der GKS-Präsident.

Weder technisch noch wirtschaftlich realisierbar

Gleicher Meinung wie René Schürmann ist auch Professor Bert Oschatz. Der Geschäftsführer des Instituts für Technische Gebäudeausrüstung Dresden stellte in seinem Referat an der Generalversammlung seine vergleichende Studie zu dezentraler und zentraler Wärmeversorgung im deutschen Wärmemarkt aus energetischer und ökonomischer Sicht vor. Auch in Deutschland sei eine Energiewende im Gange. «Dabei wird teilweise sehr stark und unreflektiert auf Wärmenetze gesetzt», so Bert Oschatz. Denn: «Würden sämtliche Gebäude an Wärmenetze mit einer Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Brennstoffen angeschlossen, liesse sich zwar tatsächlich mehr Energie und CO2 einsparen, als durch eine Erneuerung des dezentralen Wärmesystems bei allen unsanierten oder teilsanierten Gebäuden. Nur ist dies weder technisch noch wirtschaftlich realisierbar.»

Die Kosten für diese Wärmenetz-Strategie seien schlicht um das Mehrfache höher als die Erneuerung sämtlicher dezentraler Wärmesysteme. Auch für den Mieter oder den Hausbesitzer, der in der Regel mit höheren Heizkosten rechnen müsse. «Da lassen sich die energiepolitischen Ziele mit der Sanierung von Einzelheizungen einfacher erreichen. Denn auch mit einer Erneuerung aller zentralen Wärmesysteme liessen sich in Deutschland 160 Milliarden Kilowattstunden Primärenergie einsparen.» Diese Situation sei im Grundsatz auch in der Schweiz zutreffend, sofern es zu keinen gravierenden politischen Eingriffen in den Markt käme, so der Energieexperte.

 

Erfolgreiche Projekte von GebäudeKlima Schweiz

Seitens GebäudeKlima Schweiz werde man sich diesem Thema verstärkt annehmen und an geeigneter Stelle Aufklärungsarbeit leisten, versprach René Schürmann an der Generalversammlung. Gleichzeitig unterstrich er die Stärken der Schweizer Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik-Branche, die dank starker Innovationen, hoher Qualität und bestem Knowhow zuversichtlich in die Zukunft schauen könne. Dazu trage auch das Engagement seitens GebäudeKlima Schweiz bei. So habe man im vergangenen Jahr zusammen mit Partnern gleich mehrere Projekte zur Unterstützung der Mitglieder und der Branche realisieren können.

 

Eines dieser Projekte ist die Informationsplattform «GebäudeKlima Energieetikette». Dort sind inzwischen die ersten Lüftungsgeräte aufgeschaltet, deren Energieetiketten durch ein unabhängiges Kontrollgremium für die Schweiz verifiziert wurden. Daneben engagierte sich GebäudeKlima Schweiz im vergangenen Jahr stark im Ausbildungsbereich. Im Dezember schlossen die ersten Absolventen des neu geschaffenen Lehrgangs «Fachmann/Fachfrau Komfortlüftung» erfolgreich ab. Ebenfalls im 2016 wurde der Lehrgang «Fachmann/Fachfrau Wärmesysteme» neu konzipiert und noch besser auf die Marktentwicklungen sowie die Bedürfnisse der Unternehmen abgestimmt. Im April startete hier das erste Grundlagenmodul mit 47 Teilnehmern. Diese hohe Zahl wiederspiegle auch die grosse Beliebtheit der Berufe rund um Wärmesysteme. «Ein schönes Signal für nachhaltige Weiterentwicklung unserer Branche», ist René Schürmann überzeugt.

 


Schweizer Bauwirtschaft 9/2017 vom 23. August 2017

Die Themen der aktuellen Ausgabe:

Arbeitssicherheit:  Welchen Einfluss hat die Digitalisierung?

Technik: Der grösste Raupenkran der Schweiz im Einsatz.

Bildung: Die Webserie «Die Bauhelden» wirbt für eine Lehre auf dem Bau.

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