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17.03.17  |  

Wacker Neuson für 2017 optimistisch

Der internationale Baugeräte- und Kompaktmaschinen-hersteller mit Hauptsitz in München konnte im Geschäftsjahr 2016 sein Umsatzniveau – in einem schwierigen Marktumfeld – halten. Allerdings wurde die Profitabilität durch Krisen in wichtigen Branchen und Regionen beeinträchtigt. Für 2017 gibt das Unternehmen einen positiven Ausblick und rechnet wieder mit Umsatz- und Ergebniswachstum.

Die Firmenzentrale von Wacker Neuson. Foto: zvg


«2016 war für die meisten weltweit tätigen Maschinenbauer ein herausforderndes Jahr mit regionalen Umsatz- und Ergebniseinbussen», schreibt Wacker Neuson in seiner Medienmitteilung.«Auch wir konnten uns den Schwierigkeiten in unseren Märkten nicht entziehen – vor allem unser Nordamerika-Geschäft und dort insbesondere der Umsatz mit Baugeräten war 2016 rückläufig. Zudem war die Nachfrage für kompakte Maschinen für die europäische Landwirtschaft schwach», wird Cem Peksaglam, Vorstandsvorsitzender der Wacker Neuson SE, in der Medienmitteilung zitiert. Umsatztreiber sei im vergangenen Jahr die Kernregion Europa, «in der wir im Umsatz erstmals die Milliardengrenze überschreiten konnten», gewesen. Damit sei es gelungen, insgesamt das Umsatzniveau des Vorjahres zu erreichen.

Mit 1,36 Milliarden Euro lag der Konzernumsatz 2016 währungsbereinigt um 0,3 Prozent über, nominal um 1 Prozent unter dem Vorjahreswert (2015: 1,38 Mrd. Euro).

Entwicklung der Profitabilität
Die krisengebeutelten Schwellenmärkte und Industrien sowie Sondereffekte wirkten sich negativ auf die Ergebnisentwicklung aus: Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) ging um 15 Prozent auf 88,1 Millionen Euro zurück, die EBIT-Marge sank auf 6,5 Prozent (2015: 103,6 Mio. Euro; 7,5 Prozent). Die im August 2016 angepasste Prognose konnte der Konzern somit am unteren Rand einhalten. Der Jahresüberschuss erreichte 56,8 Millionen Euro (2015: 66,2 Mio. Euro). Das Nettoergebnis pro Aktie lag bei 0,81 Euro (2015: 0,94 Euro).

In 2016 wurden wichtige Investitionen getätigt. «Wir haben im vergangenen Jahr – trotz des wirtschaftlichen Gegenwindes – wichtige Projekte für die Stärkung unserer Zukunftsfähigkeit angestossen: Unsere internationale Expansion konnten wir 2016 mit einem neuen Werk in Brasilien und dem Spatenstich für eine Produktionsstätte in China weiter vorantreiben. Wir sind davon überzeugt, dass eine nachhaltig erfolgreiche Bearbeitung dieser stetig wachsenden Märkte eine regionale Präsenz, auch in Entwicklung und Fertigung, erfordert», erklärt Peksaglam. Weitere zukunftsweisende Projekte waren die Zusammenführung der Ersatzteilversorgung aller Kompaktmaschinenwerke in Europa in einem Zentrallager in Nürnberg, die Einführung einer neuen eCommerce-Plattform für Händler und Endkunden, der Ausbau der Zero-Emission-Produktlinie und die Verlagerung des Forschungs- und Entwicklungszentrums für Baugeräte von München ins Produktionswerk nach Reichertshofen. So wurden die Organisation und Leistungsfähigkeit insgesamt gestärkt, um die wachsenden globalen Herausforderungen der nächsten Jahre besser zu bewältigen. 

Dividendenvorschlag
Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung, die am 30. Mai 2017 in München stattfindet, die Zahlung einer Dividende in Höhe von 0,50 Euro je dividendenberechtigter Stückaktie vorschlagen. Damit entspricht die Dividende der der beiden Vorjahre, es sollen insgesamt 35,1 Millionen Euro. ausgeschüttet werden. Dies entspricht einer Ausschüttungsquote von rund 62 Prozent gemessen am Konzernjahresüberschuss 2016. «Damit unterstreichen wir die Kontinuität für unsere Aktionäre auch in einer für das Unternehmen angespannten Periode», kommentiert Peksaglam. 

Optimistischer Ausblick auf 2017
Der Konzern will seinen Expansionskurs fortsetzen und erwartet eine positive Entwicklung im Jahr 2017. «Für 2017 sind wir optimistisch, weil das Vertrauen unserer Kunden insgesamt zugenommen hat. Wir gehen davon aus, dass sich wichtige Märkte wie Nordamerika wieder deutlich besser für uns entwickeln werden», erläutert Peksaglam. «Unsere Märkte sind zweifelsfrei zyklisch, ein Auf und Ab ist uns nicht fremd. Wir rechnen damit, nach den letzten schwierigen 18 Monaten, 2017 wieder wachsen und auch unser Ergebnis steigern zu können. Unsere Auftragsbücher sind gut gefüllt», fasst Peksaglam zusammen.

Für das Jahr 2017 rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz zwischen 1,40 und 1,45 Mrd. Euro, was einem Umsatzwachstum von 3 bis 7 Prozent zum Vorjahr entspricht. Damit wird eine Verbesserung der EBIT-Marge auf 7,5 bis 8,5 Prozent angestrebt (2016: 6,5 Prozent). Der Konzern plant in 2017 Gesamtinvestitionen in Höhe von rund 120 Mio. Euro (2016: 107 Mio. Euro).


Schweizer Bauwirtschaft 5/2017 vom 19. Mai 2017

Die Themen der aktuellen Ausgabe:

Gian-Luca Lardi:  Wie der SBV-Zentralpräsident die Zukunft des Bauens beurteilt.

Bildung: Flavia Schnoz aus Disentis arbeitet sehr gerne als Maurerin.

Unternehmensführung: Gute Perspektiven für Schweizer Strassenbauer in Deutschland.

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