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03.10.17  |  

Kanton Bern fordert den Ausbau des Lötschbergbasistunnels

Der Kanton Bern hat die Vernehmlassungsvorlage des Bundesrates zum Ausbauschritt 2030/35 der Bahninfrastruktur zur Kenntnis genommen. Er stelle mit Erstaunen fest, dass der Ausbau des Lötschbergbasistunnels nicht berücksichtigt wurde, heisst es in einer Medienmitteilung. Der Tunnel sei ein national wichtiges Vorhaben mit grossem Nutzen für das ganze Land. Der Kanton Bern fordert mit Nachdruck, dass der Bund das Projekt in den Ausbauschritt 2030/35 aufnimmt.

Nordportal des Lötschbergtunnels. Foto: Wikimedia


Der Kanton Bern hat irritiert auf die Vorlage des Bundesrates zum Ausbauschritt 2030/35 der Bahninfrastruktur reagiert. Er ist der Ansicht, dass für notwendige Infrastrukturbauten bis 2035 nur eine Variante im Umfang von mindestens 12 Milliarden Franken in Frage kommt. Er ist zudem sehr überrascht und enttäuscht darüber, dass der Bund auf den Ausbau des Lötschbergbasistunnels verzichtet hat. Der Entscheid des Bundesrates ist nicht nachvollziehbar und auch ungenügend begründet.

«Der Ausbau des Tunnels ist eine notwendige Voraussetzung für die Einführung des Halbstundentakts zwischen Bern und Brig sowie zwischen Bern und Interlaken. Damit würden genügend Transportkapazitäten zwischen Bern und dem Berner Oberland bereitgestellt. Neben Verbesserungen für den Personenverkehr würde der Tunnelausbau auch einen markanten Fortschritt für den alpenquerenden Güterverkehr darstellen. Die Transportkosten und der Energieverbrauch könnten so deutlich reduziert werden. Der Ausbau des Lötschbergtunnels leistet einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung der Bahn im alpenquerenden Güterverkehr und somit auch zur schweizerischen Verlagerungspolitik. Beim Ausbau geht es darum, die bereits fertig ausgebrochene zweite Tunnelröhre mit Schienen und Stromversorgung auszurüsten», schreibt der Kanton Bern.

Er fordert daher mit Nachdruck, dass der Ausbau des Lötschbergbasistunnels in den Ausbauschritt 2030/35 aufgenommen wird. Er wird sich in seiner Stellungnahme und auch auf anderen Wegen für die Aufnahme dieses für das ganze Land wichtigen Projektes einsetzen.

Im Übrigen anerkennt der Kanton Bern zwar, dass der Ausbauschritt 2030/35 eine Reihe von Verbesserungen für den Eisenbahnverkehr im Kanton Bern bringt. Er bedauert aber, dass der Bund die Anliegen der Planungsregion Westschweiz im vorliegenden Entwurf nur ungenügend berücksichtigt hat. Immerhin umfasst diese Region rund 40 Prozent der Schweiz.

 


Schweizer Bauwirtschaft 9/2017 vom 23. August 2017

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