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06.03.17  |  

Sein Hobby ist gleichzeitig sein Beruf

Nicht viele können von sich behaupten, dass sie ihr Hobby und ihre Arbeit vereinen können. Eine Ausnahme dabei scheint mit Sicherheit Thomas Kuster aus Eschenbach zu sein. Er macht Transporte für Bauunternehmen, hauptsächlich im Bereich Spezialtiefbau.


Bei der Planung und Umsetzung des Scania R730 LA 6x2 mit doppelbereifter Nachlaufachse konnte Thomas Kuster sein Hobby mit seiner Arbeit verbinden, wie er selber mit einem verschmitzten Lachen zugibt. Gewisse Dinge am neuen Fahrzeug haben zwingend einen Hintergrund, damit das neue Fahrzeug optimal für die Arbeitseinsätze der verschiedenen Auflieger abgestimmt werden kann und manche Dinge haben wohl mehr den «Hobby»- Charakter.

Im Fuhrpark von Thomas Kuster standen bislang schon immer schwedische Lastwagen, jedoch nur solche aus Südschweden. Bei seinem Job nach der Lehre als Lastwagenmechaniker fuhr er einige Jahre im internationalen Fernverkehr und wurde erstmals vom V8-Virus infiziert. Dieser hat ihn über die letzten Jahre hinweg einfach nicht mehr losgelassen. Als es um die Beschaffung der letzten Sattelzugmaschine ging und es um die Umsetzung seiner Ideen und Vorstellungen ging musste er feststellen, dass sein bisheriger Fahrzeuglieferant in einigen Bereichen die gewünschte Lösung nicht liefern konnte. So nahm er mit Marcel Weder von der Scania Schweiz AG in Jona Kontakt auf, um die Umsetzung seiner Ideen zu prüfen und zu verfeinern. Dabei haben sich zwei Fachspezialisten gefunden, welche fast keine Schraube mehr an ihrem ursprünglichen Ort lassen wollten.

Basis für den neuen Schlepper war eine tiefe (low) vollluftgefederte 3-Achs-Sattelzugmaschine mit Radstand von 2‘900 mm zwischen der ersten und zweiten Achse und einem 730er V8-Motor mit 3‘500 Nm Drehmoment. Dank der Variante mit der doppelbereiften Nachlaufachse konnte auch ein kurzer Achsabstand von 1‘300 mm zwischen der beiden hinteren Achsen gewählt werden, was das Fahrzeug äusserst kompakt werden liess. Damit die Firma Notter AG in Boswil den vorgesehenen LOGLIFT Frontkran 265 ZT mit einer Hublast von 26 m/t möglichst tief aufbauen konnte, wurde ab Werk gleich schon ein Doppelrahmen bestellt. Herausgekommen ist bei dieser Umsetzung eine Sattelhöhe von lediglich 1‘080 mm. Eine 8t Vorderachse sorgt dafür, dass die Vorderachslast genügend Reserven aufweist und nie überlastet ist. Weiter waren noch Anpassungen an Dachspoiler und ein Einschnitt am grossen Treibstofftank notwendig, bevor das neue Fahrzeug genau den Wünschen von Thomas Kuster entsprach.

Heute sind die vier Schweden-Trucks zum grössten Teil im Transport für den Spezialtiefbau tätig, welche auch einen äusserst flexiblen Park an unterschiedlichen Aufliegern erfordert. So stehen den insgesamt drei Chauffeuren und Thomas Kuster pro Zugfahrzeug zwei Auflieger/Anhänger zur Verfügung, um jegliche Länge von Spundwänden, Stahlträgern oder Armierungskörben an den neuen Bestimmungsort in der ganzen Schweiz zu transportieren. Von verschiedenen Plateauaufliegern mit Rungen über zwei Selbstlenkanhänger, einem Schwanenhals-Auflieger bis zum speziellen Planenauflieger. Mit letzteren werden vor allem überbreite/hohe Ladungen von der Schweizer Exportindustrie in die verschiedensten Länder gefahren. Als fünftes Fahrzeug steht noch ein altehrwürdiger Saurer zur Verfügung, der jedoch seine Arbeit nur noch in den Wintermonaten beim Winterdienst verrichten darf. So sorgt dieser Oldie auf den Strassen zwischen Ermenswil, Eschenbach und Rapperswil für sichere und möglichst schnee- und rutschfreie Strassen.


Schweizer Bauwirtschaft 9/2017 vom 23. August 2017

Die Themen der aktuellen Ausgabe:

Arbeitssicherheit:  Welchen Einfluss hat die Digitalisierung?

Technik: Der grösste Raupenkran der Schweiz im Einsatz.

Bildung: Die Webserie «Die Bauhelden» wirbt für eine Lehre auf dem Bau.

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