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09.06.17  |  

Auch dank Genfer und Waadtländer Knowhow – Neues Bau-Informationssystem ermöglicht effizientere Kontrollen

Dank dem neuen Informationssystem Allianz Bau (ISAB) kann bei Baustellenkontrollen die Einhaltung von Lohn- und Arbeitsbedingungen bald noch effizienter überprüft werden. «Ein besonderer Dank geht dabei an unsere Sektionen Genf und Waadt. Von ihnen sind entscheidende Impulse ausgegangen, ein solches System schweizweit einzuführen», sagte Gian-Luca Lardi, Zentralpräsident des Schweizerischen Baumeisterverbands, in der Palexpo Genf. Dort fand am Freitag unmittelbar vor dem Tag der Bauwirtschaft eine Pressekonferenz des Schweizerischen Baumeisterverbands, des Genfer Baumeisterverbands und derBaumaterialien-Handelsgenossenschaft HG Commerciale statt.

Christian Danz, Verwaltungsratspräsident HGC, Pierre-Alain L'Hôte, Präsident des Genfer Baumeisterverbandes und Gian-Luca Lardi, Zentralpräsident SBV. Foto: Andri Margadant, Photocab.ch


Der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) hat erkannt, dass die Wirtschaft in den letzten Jahren Glaubwürdigkeit eingebüsst hat. «Wenige Einzelfälle genügen, um die Glaubwürdigkeit der Wirtschaftsführer und damit der gesamten Wirtschaft nachhaltig zu schädigen. Es wird Zeit brauchen, um das verloren gegangene Vertrauen wiederherzustellen», sagte SBV-Präsident Gian-Luca Lardi. Entscheidend sei dabei die Einsicht der Unternehmensführer, ihre Vorbildfunktion als zentralen Teil ihrer Aufgabe zu begreifen und entsprechend zu leben. Lardi zeigte auf, wie verschiedene Organisationen des Bauhaupt- und des Ausbaugewerbes mit gutem Beispiel voran gehen wollen. Gemeinsam haben sie das neue Informationssystem Allianz Bau (ISAB) erarbeitet, das effektivere Baustellenkontrollen ermöglicht. Lardi betonte, dass entscheidende Impulse für den Aufbau der Plattform von den Verbandsektionen in Genf und Waadt ausgegangen seien. «Das Informationssystem ist bester Beweis dafür, dass das Genferseegebiet ein hoch spannendes Terrain für die Bauwirtschaft ist und der Schweizerische Baumeisterverband gerne vom hier vorhandenen Knowhow lernt und profitiert», sagte Lardi.

Rege Bautätigkeit in Genf

Wie rege die Bautätigkeit im Kanton Genf ist, umriss Pierre-Alain L'Hôte, der Präsident des Genfer Baumeisterverbands. Im Infrastrukturbereich werden Jahrhundertprojekte wie die Bahnstrecke Cornavin–Eaux-Vives–Annemasse (CEVA) und die Flughafenerweiterung «Aile-est» realisiert, im Hochbau sorgen unter anderem zahlreiche Projekte der internationalen Organisationen für ein grosses Bauvolumen. «Drei Milliarden Franken werden allein in rund 15 UNO-Projekte investiert», sagte L'Hôte. Auf die starke Nachfrage nach Wohnungen – die Prognosen gehen von 100‘000 neuen Einwohner bis 2030 aus – reagiert Genf mit dem Verdichten von Quartieren, die durch eine grössere Bauhöhe auch gegen oben wachsen. «2016 wurden im Kanton Genf 2095 neue Wohnungen gebaut, so viel wie seit 20 Jahren nicht mehr», sagte L'Hôte. «Auch für das laufende Jahr ist das Baupotenzial beträchtlich: Sowohl die Zahl der bewilligten Wohnungen (2413) als auch jene der sich Ende 2016 noch im Bau befindenden Wohnungen (1939) ist gross», sagte L'Hôte. Er stimmte mit SBV-Präsident Lardi darin überein, dass diese rege Bautätigkeit nur dann Chancen und Arbeitspotenzial für die Unternehmen birgt, wenn der Wettbewerb fair ausgetragen wird und die Regeln von allen eingehalten werden. HG Commerciale hat Marktposition stark ausgebaut Christian Danz, Präsident der Baumaterialien-Handelsgenossenschaft (HGC), richtete persönliche Abschiedsworte an die Presse. Nach 15 Jahren im HGC-Verwaltungsrat, davon acht Jahren als Präsident, ging am Freitag in Genf seine Amtszeit zu Ende. Er blickte auf eine bewegte Zeit zurück, die durch eine klare Vorwärtsstrategie der HGC in allen Landesteilen geprägt war. «In der Westschweiz haben wir unsere Marktstellung stark ausgebaut: mit der Übernahme des Baumaterialgeschäfts von Richner in Villars-sur-Glâne und Sévaz, dem Neubau in Cortaillod am Neuenburgersee sowie dem strategischen Kauf eines Areals in Vufflens-la-Ville», sagte Danz. Zudem ist die HGC heute dank der Verkaufsstelle Thun am Tor zum Berner Oberland präsent und mit der Verkaufsstelle Jona ganz nah beim Zürcher Oberland. Auch im Tessin hat die HGC ihre Infrastruktur mit Neubauten in Cadro und Genestrerio modernisiert. Danz: «Trotzdem ist auch die HGC gezwungen, sich auf einen sich verändernden Markt einzustellen. Strategische Ausrichtungen müssen justiert und Geschäftsmodelle systematisch überprüft und hinterfragt werden. Wir sind deshalb daran, viele Prozesse zu optimieren und Kräfte zu konzentrieren.»


Schweizer Bauwirtschaft 9/2017 vom 23. August 2017

Die Themen der aktuellen Ausgabe:

Arbeitssicherheit:  Welchen Einfluss hat die Digitalisierung?

Technik: Der grösste Raupenkran der Schweiz im Einsatz.

Bildung: Die Webserie «Die Bauhelden» wirbt für eine Lehre auf dem Bau.

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