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21.04.17  |  

Den Hafenpark mit dem Stadtkern verbinden

Am Stadtgespräch vom 24. April wird der Stadtrat Romanshorn über den Stand des Projekts Gleisquerung informieren. Ziel des Stadtgesprächs ist es, mit der Bevölkerung den Dialog zu führen und über die Arbeiten und Finanzierungsmöglichkeiten zu informieren. In einem Podiumsgespräch werden verschiedene Sichtweisen eingebracht.

Hafen Romanshorn.


Es ist Pflicht einer Gemeindebehörde, eine zukunftstaugliche Entwicklung im bestehenden Siedlungsgebiet vorzubereiten und sicherzustellen. Instrumente dazu sind die Kommunalplanung und Werkzeuge wie Gestaltungs- oder Baulinienpläne. Durch den Kauf von strategischen Liegenschaften sichert sich die Stadt Handlungsspielraum und verhindert eine spätere Blockade. Die Liegenschaften können zum gegebenen Zeitpunkt in die Projekte eingebracht oder wieder verkauft werden. In den letzten Jahren hat der Stadtrat Romanshorn unter anderem die Hafenpromenade sowie die Liegenschaften am geplanten Stadtplatz erworben. Ende März kamen nun die beiden Liegenschaften an der Alleestrasse 52 und 56 dazu. Diese beiden Parzellen nehmen im Zusammenhang mit der „Gleisquerung“ und dem Perronzugang Süd eine Schlüsselrolle ein. Die Stadt sichert sich damit sowohl die Hangkante, wo die Querung im Idealfall ansetzen soll einerseits und die Verbindung zur Alleestrasse andererseits.

Anbindung an den Stadtkern

Einer der wichtigsten Romanshorner Entwicklungsschwerpunkte ist das ufernahe Areal hinter dem Kornhaus zwischen dem Hafenbecken und der SBS Schiffswerft. Der sogenannte Hafenpark soll sich schrittweise zu einem neuen Stadtteil für künftige Generationen entwickeln. Das Projekt Kornhaus, mit welchem hauptsächlich touristische und urbane Nutzungengeplant sind, gilt als bedeutender Schritt in diese Richtung. Bestandteil jeder städtischen Entwicklungsplanung ist eine gute Erschliessung und eine gute Erreichbarkeit. Die Erschliessung sicherzustellen ist auch eine gesetzliche Aufgabe. Für den Entwicklungsschwerpunkt Hafenpark bedeutet die Gleisquerung eine unmittelbare Anbindung an den Stadtkern mit seinen für den täglichen Bedarf vorhandenen Infrastrukturen, ein schneller und attraktiver Zugang zu den Bahn-Perrons sowie eine attraktive Gleisquerung für die internationale Bodensee-Veloroute.

Mehrere Nutzniesser

Die Stadt Romanshorn kann eine Querung in dieser Dimension nicht selbst finanzieren. Durch die unterschiedlichen Bedürfnisse und die strategische Lage kommt diesem Projekt eine wichtige Bedeutung für den regionalen Langsamverkehr im Agglomerationsprogramm St. Gallen-Bodensee zu. Damit sind Mitfinanzierungen von Bund und Kanton möglich. Als erster wird der Bund zirka 2018 entscheiden. Zudem ist die zusätzliche Erschliessung der Perrons im Interesse der SBB. Konkret entsteht neben dem Nutzen für die Fussgänger durch die Gleisquerung eine Lösung für die internationale Bodensee-Radroute, welche nicht auf der Hafenpromenade entlang geführt werden kann. Die Hafenpromenade ist für Einheimische und Gäste ein Ort zum Verweilen und eignet sich nicht zum blossen Durchfahren. Mit der angedachten Lösung können die Fuss- und Wanderwege und die grossen Velorouten entflochten und Schwachstellen behoben werden.

Die bestehende Unterführung in der Bahnhofmitte kann keine grösseren zusätzlichen Personenströme oder Veloverkehr aufnehmen. Damit entsteht zusätzlicher Handlungsbedarf für die SBB, denn mit der Fahrplanverdichtung wird spätestens ab 2025 eine weitere Perronverbindung für den Umsteigeverkehr benötigt. Mit der geplanten Passerelle könnte nicht nur die Situation für die Umsteigepassagiere, sondern auch der Perronzugang für das ganze Siedlungsgebiet südwestlich des Bahnhofs inklusive Salmsach markant verbessert werden. All diese Gründe hatten den Stadtrat im Zuge der Revision der Richtplanung 2015 dazu bewogen, die Option einer Gleisquerung gemäss den Vorgaben des bewilligten Hafenrichtplans 2003 zu prüfen, eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben und das Projekt im Agglomerationsprogramm einzugeben. Über die weiteren Schritte wird jeweils das Stimmvolk entscheiden.

 

Stadtgespräch vom 24. April

Ziel des Stadtgesprächs vom 24. April, 19.30 Uhr, in der Aula Rebsamen, ist es, die Bevölkerung über die nun abgeschlossenen Vorarbeiten, Voraussetzungen und mögliche weitere Schritte zu informieren. Dies lange vor einer möglichen Abstimmung zum eigentlichen Projekt. Die Impulsveranstaltung wird wie bei Stadtgesprächen üblich mit einem Podiumsgespräch und offener Diskussion abgerundet.

Der Stadtrat Romanshorn ist sich bewusst, dass die Gleisquerung nur mit namhaften Beiträgen und Mitfinanzierungen von verschiedenen Nutzniessern und Partnern möglich ist. Die Finanzierung der Gleisquerung ist im Agglomerationsprogramm der aktuell dritten Generation enthalten und von den Trägerschaften (Kanton St. Gallen, Thurgau, Appenzell AR) bereits mit höchster Priorität A eingestuft worden. Mit dem Bundesbeitrag alleine könnten 30 bis 40 Prozent der Gesamtkosten in der Höhe von rund 17 Millionen Franken gedeckt werden. Darüber hinaus verhandelt die Stadt mit dem Kanton über eine Spezialfinanzierung «Bodensee Radweg» sowie mit der SBB und prüft weitere Planungsvereinbarungen. Langfristig besteht bei der SBB der Bedarf und die Notwendigkeit, die Gleise für die Bodensee Radroute zu überqueren. Über die Finanzierungsmöglichkeiten und Zielvorstellungen des Stadtrates wird die Öffentlichkeit anlässlich des Stadtgesprächs vom 24. April informiert.

Schon im Hafenrichtplan von 2003

Die Idee einer Brücke über die Gleise für Fussgänger und Velofahrer war schon im 2002 erlassenen und 2003 vom DBU genehmigten Gestaltungsrichtplan Hafenareal festgehalten und war früher als Zugang für die Bahnarbeiter sogar schon einmal Realität. Mit der Genehmigung dieses Richtplans hat sich die Behörde damals verpflichtet, die Idee weiter zu verfolgen und deren Machbarkeit zu prüfen. Ausgelöst durch die Richtplanung, dem Agglomerationsprogramm und allfälligen Bedürfnissen für die EXPO wurde der Zeitpunkt im 2015 als ideal erachtet und dem Auftrag aus dem Jahre 2003 Folge geleistet.


Schweizer Bauwirtschaft 3/2017 vom 22. März 2017

Die Themen der aktuellen Ausgabe:

Bagger:  Wie leistungsfähig sind sparsame Modelle?

Baupraxis: Die Verwendung von Hochleistungsfaserbeton.

Unternehmensführung: Wie die Nachfolgeregelung gelingt.

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