Pendeln wir in Zukunft mit Schallgeschwindigkeit?

In 15 Minuten von Zürich nach Bern gelangen, das könnte in einigen Jahren Alltag sein. Möglich machen soll es eine Art Rohrpost, der Hyperloop. Schweizer Forscher machen bei seiner Entwicklung an vorderster Front mit. Ist das eine lockende Aussicht? Ab nächster Woche kön-nen alle Interessierten dem Schweizer Baumeisterverband im Turm Tour d’Horizon, der anlässlich der Swissbau am Messeplatz Basel aufgestellt ist, sagen, wie sie künftig wohnen, reisen und arbeiten wollen. Der SBV wird die Antworten auswerten.

Der Hyperloop ist ein vorgeschlagenes Hochgeschwindigkeitsverkehrssystem, bei dem sich Kapseln in einer Vakuum-Röhre auf Luftkissen gleitend mit nahezu Schallgeschwindigkeit fort-bewegen. Die Idee ist alt, als Elon Musk sie jedoch im Jahr 2013 aufgriff, schlug sie Wellen. Jedes Jahr finden rund um die Hochgeschwindigkeitszüge Wettbewerbe der Forscher statt. Ge-wonnen hat letztes Jahr ein Team der TU München, zweite wurde das Team der ETH Zürich und dritte das Team der EPFL Lausanne. Kurz darauf wurde die Hyperloop Pod Competition in Los Angeles beim SpaceX Hauptquartier ins Leben gerufen, wodurch sich weltweit über 1000 verschiedene Hyperloop-Teams aus Studierenden an zahlreichen Universitäten weltweit gebildet haben. Die Hyperloop Pod Competition wurde letzten Juli zum vierten Mal ausgetragen, das Team der ETH Zürich wurde zweiter, das der EPFL Lausanne dritte. Gegründet wurden einige Firmen, unter anderem die Schweizer Firma Eurotube, die sich mit der Idee beschäftigen. Eurotube will in Collombey-Muraz im Kanton Wallis eine 3 Kilometer lange Teststrecke errichten, um die Forschung voranzutreiben.

Das Interessante an der Hyperloop-Idee: Sie würde es möglich machen, dass man zum Beispiel in Zürich arbeiten und in Paris wohnen könnte. Wann wird es den Hochgeschwindig-keitszug geben? «Eine klare Prognose zu stellen ist schwer», sagt Nathalie Nick, Co-Präsidentin und Projektleiterin von «swissloop» der ETH Zürich, «es ist jedoch denkbar, dass zwischen 2020 und 2030 Demonstratoren im kleinen Rahmengebaut werden für Tests und Validierungen der Simulationen in verschiedensten Bereichen. Mit diesen Ergebnissen kann man weiterentwickeln und hochskalieren. Zwischen 2030 und 2040 ist ein full-scale Demonstrator denkbar, worauf das gleiche Prozedere mit Auswertung folgt. Von 2040 bis 2050 wäre ein vollwertig kommerzielles System (800km+) denkbar. Dies natürlich nur, falls die vorhergehenden Schritte die Weiterentwicklung des Systems stets verifizieren und die Testinfrastruktur somit beweist, dass ein Vakuum Transportsystem umsetzbar ist. Zudem sind viele weitere Bedingungen relevant wie die Finanzierung der Forschung.»

Pendeln mit Hochgeschwindigkeit – ab 2040 ist das allenfalls also möglich. Wie viele Perso-nen würde das reizen? Der SBV wird nächste Woche ab Dienstag bis und mit Samstag auf dem Basler Messeplatz mit einem Turm, dem Tour d’Horizon, präsent sein. Alle Interessierten können in ihm die Frage beantworten, wie sie im Jahr 2040 wohnen, wie sie pendeln oder wie sie ihre Freizeit verbringen wollen. Insgesamt gibt es zwölf Fragen. Wer mitmacht, kann attraktive Preise wie ein Bob-Wochenende für zwei Personen gewinnen.

Der Schweizerische Baumeisterverband SBV will mit dem Tour d’Horizon erkunden, wie die Schweiz im Jahr 2040 aussehen soll, wenn es nach dem Willen der Bevölkerung geht. Es sind die Baumeister, die die Schweiz bauen und so die Zukunft gestalten. Je besser sie wis-sen, was sich die Bevölkerung wünscht, umso besser können sie so bauen, wie es den Be-dürfnissen der Öffentlichkeit entspricht.