Thurgau: Mehr Umsatz im Hochbau, weniger im Tiefbau

An der Herbstversammlung des Thurgauischen Baumeister-Verbandes gab Präsident Mathias Tschanen einen umfassenden Überblick über die allgemeine Marktlage im Bauhauptgewerbe. «Der Umsatz des Bauhauptgewerbes betrug im zweiten Quartal dieses Jahres 5.5 Milliarden Franken und dies entspricht einem Plus von 4.8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum». Mit diesen Worten begrüsste Präsident Mathias Tschanen seine Berufskollegen in der Mensa der Lehrhalle Sulgen. Er stellte fest, dass sämtliche Segmente des Hochbaus gewachsen sind, während der Tiefbau einen Rückgang von 2.2 Prozent verzeichnet. Für Tschanen verspricht der rekordhohe Arbeitsvorrat für das dritte Quartal steigende Umsätze. Dementsprechend hätten die Baumeister neue Arbeitskräfte eingestellt. «Ob sich der aktuelle Geldmarkt mit den Tiefzinsen oder gar Negativzinsen, welcher den Bau weiter ankurbelt, nachhaltig oder positiv gewertet werden kann, lass ich offen», sagte der Präsident.

Förderung der Lehrlingswerbung

Zufrieden zeigte sich Tschanen über den Verlauf der vergangenen Nationalratswahlen: «Trotz des Verlustes von Nationalrat Hansjörg Brunner konnte mit der Wiederwahl von Diana Gutjahr und der Neuwahl von Manuel Strupler zumindest der Gleichstand beibehalten werden». Als wichtige Themen für die Zukunft bezeichnete Tschanen die Raumplanung, das Beschaffungswesen, die Umweltvorschriften und das Finanzhaushaltgesetzt. Weiter wies er darauf hin, dass der Landes-mantelvertrag weiterhin seine Gültigkeit habe und durch die Lohnerhöhung von 80 Franken im kommenden Jahr geprägt sei. Einen wichtigen Stellenwert räumte Tschanen der Förderung der Lehrlingswerbung ein. Als wichtig bezeichnete er die Tatsache, dass auf den Baustellen Kies und Sand aus der Schweiz, Stahl aus schweizerischen Biegewerken, 80 Prozent Schweizer Backsteine und Schnittholz und Schaltafeln aus der Schweiz verwendet werden.

Bonus für gute Leistungen

Geschäftsführer Romeo Maasl wies hin auf das attraktive Kursangebot des kommenden Jahres und auf die Lehrabschluss-Feier vom Sommer, an der man 192 Teilnehmende verzeichnete. Allerdings konnte Maasl nicht verhehlen: «27 Lernende Maurer EFZ haben ihre Lehre abgeschlossen, doch wird sich diese Zahl nächstes Jahr nach unten bewegen». Einen Anreiz bei der Entlöhnung will man gemäss Tschanen über die Leistung im Betrieb und in der Schule schaffen, indem die Lehrlinge, welche entsprechende Noten in der Berufsschule und gute Leistungen im Betrieb zeigen, neben ihrem Grundlohn einen Bonus von rund 200 Franken erhalten. Gemäss Maasl konnte der Anbau der

Lehrhalle Sulgen Ende Oktober abgenommen und bezogen werden. «Wir haben heute in Sulgen ein kantonales Ausbildungszentrum für Maurer, Maler und Gärtner und möchten dieses im kommenden Jahr im Rahmen eines Besichtigungstages und einer Berufspräsentation der Öffentlichkeit vorstellen», teilte der Geschäftsführer fest.

Im Anschluss an die Versammlung informierte Vladan Lazic, Jurist beim Rechtsdienst des Schweizer Baumeister-Verbandes, die Versammlungsteilnehmer über das Bauhandwerker-Pfandrecht und über das, was der Unternehmer darüber wissen sollte.

Werner Lenzin