«Ich kenne die Sorgen der Baumeister»

In den Nationalrat wurde Daniela Schneeberger bereits gewählt, nun tritt sie am 24. November 2019 im Kanton Baselland für den zweiten Wahlgang in den Ständerat an. Der SBV unterstützt ihre Kandidatur. Im Interview erklärt sie, warum  Baumeister sie wählen sollen.

Welchen Bezug haben Sie zum Bau?

Daniela Schneeberger: Ich befasse mich in meiner politischen Arbeit immer wieder mit Fragen des Baus, vor allem im Bereich der Infrastruktur.  Ich bin auch eine Finanzpolitikerin, die immer auch hinterfragt, wie und wo investiert wird. Für mich ist ganz klar, dass wir einen Ausbau des öffentlichen und des privaten Verkehrs brauchen, denn diese kommt der wirtschaftlichen Entwicklung zugute.

Ich habe aber auch als Treuhänderin und in meiner Rolle als Vizepräsidentin des Gewerbeverbandes sehr viele Berührungspunkte mit dem Baugewerbe. Deshalb kenne ich auch die Sorgen und Nöte sehr gut. Vor allem auch wenn es um die Frage der Überregulierung und der Vergabe von Aufträgen geht.

Ich setze mich zum Beispiel dafür ein, dass bei einer Vergabe nicht nur die Frage des Preises berücksichtigt wird, sondern der gesamte Kontext. Für mich ist wichtig, dass eine Vergabe nachhaltig erfolgt. Wir hatten in der Vergangenheit einige Probleme, die vor allem darauf beruht hat, dass wir einseitig nur auf den Preis geschaut haben.

Welche politischen Themen sind Ihnen wichtig?

Meine Schwerpunkte habe ich ganz sicher in der Politik die sich mit der Frage der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung beschäftigt. Dies sind Felder wie die Wettbewerbsfähigkeit aber auch die Schaffung von guten Rahmenbedingungen für die Unternehmen in der Schweiz, damit möglichst viele Arbeitsplätze geschaffen werden können. Das Ziel ist ja, dass wir vielseitige Arbeitsplätze anbieten können für die Menschen. Die Menschen müssen sich entfalten können und dafür braucht es eine möglichst breit aufgestellte und erfolgreiche Wirtschaft. Selbstverständlich geht es für mich dann auch immer um die KMU.

Diese nationalen Wahlen waren stark von der Umweltthematik beherrscht. Ihre Ansicht dazu?

Schneeberger: Die Umweltpolitik ist schon lange ein Anliegen der freisinnigen Partei. Für mich war diese Entwicklung im Sommer keine schlechte Entwicklung. Es wäre ja fatal, wenn wir seit 30 Jahren Umweltpolitik betreiben und nun der Eindruck entstünde, diese sei eine Erfindung der grünen Partei. Man darf nicht vergessen, dass es die Regierungsräte in den 80er und 90er Jahren waren, welche mitgeholfen haben die Luftreinhaltung, die Wasserreinhaltung und die Kehrichtverbrennung zu organisieren. Genauso wie das Recycling und das Verbot von FCKW, VOC und die Einführung des Katalysators – um nur ein paar Beispiele zu nennen. Ich glaube dies ist besonders deshalb wichtig, damit die Menschen wissen, dass man uns in der Umweltpolitik vertrauen kann. Wir finden Lösungen, ohne dabei die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zu opfern und die Bevölkerung zu einem Lebensstil zu zwingen, der nicht unseren freiheitlichen Idealen entspricht

Mir ist bewusst, dass gerade im Bausektor sehr viele Unternehmer diese Fragen der Umwelt und des Bauens noch sehr viel besser verstehen, als ich. Deshalb verlasse ich mich hier auf die Experten aus den Branchen und aus den Industrien, die sich seit Jahrzehnten Gedanken darüber machen, wie man zum Beispiel nachhaltiger bauen kann. Ich glaube auch, dass wir auch noch in diesem Sektor viel Deregulierungsbedarf haben. Es gibt heute viele bürokratische Regulierungen, welche eigentlich eine ökologische Entwicklung bremsen und verhindern. Ich kann hier also nur jeden ermuntern, Beispiele zu nehmen und auf mich zuzukommen.

Mein jüngstes Thema kommt aus einer ganz anderen Branche, aber diese hat gezeigt, wie wichtig es ist, aus der Praxis zu kommen und gute Lösungen vorzuschlagen. Vielleicht haben sie es gesehen, dass wir zusammen mit der Metzgerei Jenzer einen Vorstoss für weniger Nahrungsmittelverschwendung machen konnten. Das zentrale Kernstück dabei ist, dass man Fleisch doppelt etikettiert und so rund 30 Prozent weniger Abfall hat. Das schont die Bilanz der Metzger und gleichzeitig hilft es den Fleischkonsum effizienter zu organisieren. Das ist dann auch gut fürs Klima. Einer solch klugen Lösung steht bisher lediglich die Bürokratie im weg. Aber daran arbeiten wir.