Für den Bau der zweiten Gotthard-Röhre wird Fairness gefordert

Die Gruppe Costruzione Ticino, zu der die Tessiner Baumeister SSIC-Ti zählen, hat an Bundesrätin Simonetta Sommaruga geschrieben. Im Hinblick auf den Bau der zweiten Tunnelröhre des Gotthard-Strassentunnels setzt sich die Gruppe für Fairness auf dem Bau ein. Es könne nicht sein, so Costruzione Ticino, dass bei der Submission Bauunternehmen zum Zuge kämen, die aufgrund des Umstandes, dass sie die Mindestlöhne nicht einhalten, andere unterbieten könnten. In einer Pressekonferenz erwähnten Vertreter von Costruzione Ticino, man wolle verhindern, dass sich wiederhole, was schon vorgekommen sei, zum Beispiel beim Bau des Tunnels Monte Ceneri. Dort seien die Arbeitsvergaben ausschliesslich an die billigsten Anbieter gegangen, die Folge sei Schwarzarbeit gewesen. Alle Vertreter von Costruzione Ticino, darunter Nicola Bagnovini, Direktor der Tessiner Baumeister sowie Gewerkschafter erklärten, sie wollten Missbräuche hinsichtlich der Einhaltung der Mindestlöhne verfolgen. Sonst würden ehrliche und seriöse Firmen, die sich an die definierten Regeln halten, bestraft. Costruzione Ticino berief sich unter anderem auf den kürzlich vom Parlament beschlossenen Paradigmenwechsel beim BöB. Dieser tritt allerdings erst 2021 in Kraft.

Konkret will Costruzione Ticino, dass bei der Arbeitsvergabe der zweiten Gotthardröhre der Preis nur 50 Prozent der Entscheidungskriterien ausmacht. Zudem soll die Plausibilität der Preisofferten abgeklärt werden. So sollen Anbieter, die auf einen zu tiefen Preis spekulieren, vom Wettbewerb ausgeschlossen werden. Zudem soll die Wahrscheinlichkeit, dass der Arbeitsplan eingehalten werden kann, ebenfalls ein Teil der Entscheidungskriterien sein. Umweltaspekte sollen ebenfalls berücksichtig werden, so sollen unter anderem lange Transportwege von Materialien ausgeschlossen werden.