Baumeister investieren in Nachwuchs

Die Resultate der neuen Kosten-Nutzen-Erhebung des Schweizerischen Observatoriums für die Berufsbildung OBS EHB zeigen, dass durch die Ausbildung von Maurerlernenden erstmalig Nettokosten anfallen. Die Baumeister investieren also in ihre Fachkräfte.

Dieses Phänomen beobachtet der Schweizerische Baumeisterverband nicht nur für die Stufe berufliche Grundbildung, sondern über die gesamte Karriereleiter hinweg: Die Baumeister bezahlen nicht nur gute Löhne, sondern beteiligen sich auch substanziell an den Weiterbildungskosten.

Die Befunde der neuen Kosten-Nutzen-Erhebung decken sich auch mit einer kürzlich vom SBV durchgeführten Analyse: Die Betriebe des Bauhauptgewerbes investieren in jüngster Zeit verstärkt in ihre Belegschaft, um diese weiterzubilden und im Betrieb oder in der Branche zu halten.

Diese Entwicklungen scheinen mit dem Fachkräftemangel zusammenzuhängen, welcher sich in Zukunft noch weiter verstärken wird: Das Bauhauptgewerbe sieht sich nicht nur mit schrumpfenden Lernendenzahlen konfrontiert, sondern auch mit einem überproportional grossen Anteil an Fachkräften, der in den kommenden Jahren in Pension geht.

Mit dem Projekt «Masterplan SBV 2030» werden für diese Herausforderungen Lösungsvorschläge entwickelt, welche die Branchentreue zusätzlich steigern und neue Fachkräfte ins Bauhauptgewerbe anziehen sollen.

Diese Lösungsvorschläge beinhalten die Aktualisierung der bestehenden Kompetenzprofile und deren Ausrichtung auf die Zukunft. Durch moderne Kompetenzprofile soll nicht nur die Bedarfsorientierung sichergestellt werden, sondern auch eine Attraktivitätssteigerung des Bauhauptgewerbes erreicht werden.

Neben den Veränderungen in den formalen Bildungsgängen – beispielsweise der Maurerlehre oder der Vorarbeiterschule – stehen auch Lösungsvorschläge für die non-formale Bildung an. Um die Branchentreue zu steigern und die Fachkräfte à jour zu halten – also das lebenslange Lernen zu fördern – soll eine organisierte und zielgerichtete formale Weiterbildung geschaffen werden.

Zudem sollen Führungsinstrumente die Unternehmer beispielsweise bei der Rekrutierung von Fachkräften, dem Erkennen von Talenten und deren Weiterentwicklung in die Kaderausbildung unterstützen.

Offen bleibt die Frage, ob in Zukunft die Nachfrage nach Fachkräften auf Kaderstufe mit dem vorhandenen Pool an Maurerabsolventen gesättigt werden kann. Eine Öffnung des attraktiven Karrieresystems des Bauhauptgewerbes für Quereinsteiger steht daher zur Diskussion.

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