Bauhauptgewerbe steigert Umsatz im dritten Quartal

Der Umsatz des Bauhauptgewerbes betrug im dritten Quartal 2019 6.1 Mrd. Franken. Dabei handelt es sich um den höchsten Quartalsumsatz seit 30 Jahren. Im Gesamtjahr 2019 dürfte der Umsatz die 20 Mrd. Franken-Grenze übertreffen. Ein wichtiger Treiber war der Wohnungsbau. Er hat in den letzten Jahren dazu beigetragen, dass die Mieten für neue Wohnungen gesunken sind. Für das Baujahr 2020 zeichnet sich eine leichte Zunahme des Umsatzes im Bauhauptgewerbe ab. Dies geht aus der Quartalserhebung des Schweizerischen Baumeisterverbands (SBV) sowie aus dem gemeinsamen Bauindex der Credit Suisse und des SBV hervor.

 Wohnungsbau hat Zenit erreicht

Gegenüber dem Vorjahresquartal haben alle Sparten des Hochbaus ihren Umsatz steigern können. Der Wohnungsbau hat vermutlich seinen Zenit erreicht, dessen Umsatz sowohl im zweiten als auch im dritten Quartal 2019 zwischen 1.7 und 1.8 Mrd. Franken lag. Witterungsbedingt erwarten die Baumeister, dass der Umsatz im Wohnungsbau im vierten Quartal zurückgeht, er dürfte sich jedoch über dem Niveau des Schlussquartals 2018 einpendeln. Auch das Volumen der Baubewilligungen suggeriert, dass der Wohnungsbau in den kommenden Quartalen graduell sinken wird, aber die Gefahr eines abrupten Absturzes wird vom SBV als gering eingeschätzt.

Neue Wohnungen senken Mieten

Regional unterschiedlich sind die Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt: Der intensive Wohnungsbau in den letzten Jahren hat dazu geführt, dass die Leerstände in einzelnen Regionen gewachsen sind. Dies hat erheblich dazu beigetragen, den Anstieg der Mietpreise zu bremsen. Tatsächlich sind die Mieten für neue Wohnungen in den letzten Jahren landesweit gesunken. In den Grossstädten hat sich die langjährige Wohnungsknappheit indes nur leicht entschärft.

Tiefbau auf gewohnt hohem Niveau

Der Umsatz des öffentlichen Tiefbaus bewegt sich mit 1.8 Mrd. Franken auf demselben Niveau wie im Vorjahresquartal. Der private Tiefbau hat ein deutliches Umsatzplus zu verzeichnen, bleibt aber von der Grössenordnung her weit hinter dem öffentlichen Tiefbau zurück. Während der rekordhohe Arbeitsvorrat aus dem 2. Quartal 2019 im Hochbau etwas abgebaut wurde, ist er im Tiefbau sogar weiter angestiegen. Die öffentlichen Investitionsfonds sind zwar gut geäufnet, aber die Umsetzung von geplanten Bauprojekten stockt, etwa weil Einsprachen den Bau um Jahre verzögern oder bei den Ingenieurbüros und den öffentlichen Bauherren nicht genügend Fachkräfte für die Projektierung zur Verfügung stehen.

Umsatzzahlen für 2019 und 2020

In den drei Quartalen des Jahres 2019 haben die Baumeister bisher 15.7 Mrd. Franken umgesetzt. Sollten sich die optimistischen Erwartungen an das Schlussquartal bewahrheiten, könnte der Jahresumsatz bis zu 21 Mrd. Franken erreichen.

Der Bauindex lässt darauf schliessen, dass die Baukonjunktur auch im kommenden Jahr positiv bleiben dürfte. Für 2020 rechnen wir mit einer Umsatzsteigerung im mittleren einstelligen Prozentbereich. Der Hochbau dürfte sich etwas rückläufig entwickeln, hingegen rechnen wir mit Wachstumsimpulsen aus dem Tiefbau.

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