60 Jahre für die Verständigung im Bauwesen

60 Jahre CRB: Die Schweizerische Zentralstelle für Baurationalisierung hat sich seit ihrer Gründung 1959 stetig weiterentwickelt. Das neueste Produkt ist die Digitalisierung des NPK mit einer bauteilbasierten Ausschreibung, die Vorteile für Baumeister bietet.

Der Bund Schweizer Architekten BSA gründete Ende Oktober 1959 ein Studienbüro für die Normierung und Rationalisierung im Bauwesen. Wenig später unterstützten der Schweizerische Ingenieur- und Architekten-Verein SIA sowie der Schweizerische Baumeisterverband SBV als weitere Trägerverbände diese Tätigkeit. CRB entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zur Begegnungsstätte für Schweizer Bauschaffende und konnte als technisches Büro der Bauforschung wesentliche Grundlagen für die Projektierung und Kostenermittlung von Bauwerken erarbeiten.

Informationsaustausch erleichtern

Mit dem Baukostenplan BKP und den ersten Kapiteln des Normpositionen-Katalogs NPK sind 1966/67 die ersten Produkte entstanden. Sie bildeten die Basis der Schweizer Bauforschung und erleichterten die Verständigung. Heinz Joss, CRB-Geschäftsführer von 1961 bis 1988, führte den Wunsch nach Normpositionen darauf zurück, «dass die Baumeister darunter litten, dass jeder Architekt und jeder Bauingenieur die gleichen Arbeiten unterschiedlich ausschrieb. Sie mussten ständig aufpassen, nicht in irgendeine Falle zu tappen.» In den Folgejahren nahm die Anzahl der NPK-Kapitel ebenso rasant zu wie die Anzahl der Partnerverbände und Mitglieder. Durch die immer grössere Verbreitung von EDV-Systemen entwickelten in den Achtzigern auch immer mehr Software-Anbieter Lösungen für eine elektronische Anwendung der CRB-Arbeitsmittel. 1982 wurde das Angebot um das NCS-Farbsystem erweitert und eine erste elementbasierte Kostengliederung entwickelt. In den 90er-Jahren ist es gelungen, die Struktur und die Systematik des NPK für den Hoch-, Tief- und Untertagbau zu vereinheitlichen. Mit der Einführung der Datenrichtlinie «IfA’92» wurden die Grundlagen für einen einheitlichen Datenverbund geschaffen, und das Angebot wurde auf den ganzen Lebenszyklus eines Gebäudes ausgeweitet. Veranstaltungen und Weiterbildungskurse halfen, das Netzwerk kontinuierlich auszubauen und die Standards in der ganzen Schweiz bekannt zu machen.

Baufachleute verbinden

Heute ist CRB eines der grössten Netzwerke in der Schweizer Bauwirtschaft: CRB arbeitet mit rund 60 Fachverbänden, über 40 Software-Anbietern, nationalen und internationalen Organisationen und Kommissionen zusammen und steht in engem Kontakt zu zahlreichen Baufachleuten aus der Praxis – Bauherren, Architekten, Ingenieure, Unternehmer, Handwerker, Hersteller und Betreiber. Die CRB-Standards sind sowohl im Hoch-, Infrastruktur- und Tiefbau als auch in der Gebäudetechnik in allen Landesteilen weit verbreitet. Damit dies so bleibt, setzt CRB auf Digitalisierung und Zusammenarbeit. Gemeinsam mit verschiedenen Partnern arbeitet CRB daran, dass Mengen und Kosten künftig direkt aus dem CAD-Modell ermittelt werden können, baut sein Angebot an Kostenkennwerten aus und entwickelt den NPK in Richtung bauteilbasiertes Ausschreiben weiter.