Zwei Jahre Praktische Ausbildung gesichert

Nach der Ständeratsdebatte steht fest: Jugendlichen mit Leistungseinschränkung wird im Normalfall zwei Jahre Zeit gewährt, damit sie eine praktische Ausbildung absolvieren können. Weil sich inzwischen auch Bundesrat und Verwaltung für eine zweijährige Standarddauer aussprechen, kam es im Ständerat gar nicht mehr zu einer Abstimmung. Diese Entwicklung ist im Sinne des SBV.

Für den Baumeisterverband ist klar: «Eine zweijährige Standarddauer bei der Praktischen Ausbildung (PrA) ist wichtig, um die nötigen Kompetenzen für einen allfälligen Übertritt in eine reguläre Lehre zu erwerben. Die PrA richtet sich explizit an Jugendliche mit Leistungseinschränkung. Diese Jugendlichen brauchen in der Regel mehr Zeit, um sich in einem neuen Kontext zurecht zu finden und ihre Kompetenzen zu entwickeln», ist der SBV überzeugt. Er nimmt mit Genugtuung zur Kenntnis, dass Bundesrat Alain Berset im Rahmen der IV-Debatte im Ständerat bestätigt hat, dass auch in Zukunft die PrA «in der Regel» zwei Jahre dauern wird. Deshalb kam ein entsprechender Antrag von Ständerätin Pascale Bruderer Wyss gegen eine Kürzung, der auch vom SBV zur Annahme empfohlen worden war, gar nicht mehr zur Abstimmung.

Bundesgericht hat 2016 interveniert
Die Praktische Ausbildung PrA richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene mit einer Lern- und/oder Leistungsbeeinträchtigung, die den Anforderungen einer beruflichen Grundbildung mit Eidgenössischem Berufsattest (EBA) nicht gewachsen sind. Im Jahr 2011 wurde die Standarddauer der PrA auf ein Jahr verkürzt. Das Bundesgericht hat 2016 entschieden, dass diese Kürzung rechtswidrig war, weil eine gesetzliche Grundlage fehlte. Im Rahmen der IV-Revision Stand zur Diskussion, ob die IV nur noch im Ausnahmefall ein zweites PrA-Ausbildungsjahr finanzieren sollte. Diese Kürzung ist nun vom Tisch, was auch vom SBV begrüsst wird: «Mit einer nur einjährigen PrA hätten wir auf dem Bau mit hohen Anforderungen bezüglich Arbeitssicherheit das Ziel einer Integration kaum mehr erreichen können», mahnt der SBV.