Drei Fragen an Benedikt Koch zu BIM

Am 8. und 9. November 2018 findet der BIM-Kongress statt – nähere Angaben dazu hier. Am BIM-Kongress hat auch Benedikt Koch, Direktor SBV, einen Auftritt. Er wird am 8. November um 11.15 die Rahmenbedingungen, die es braucht, diskutieren. Wir haben ihm deshalb drei Fragen zu BIM gestellt.

Schweizer Bauwirtschaft: Welche Herausforderungen sehen Sie im Kontext von BIM?
Benedikt Koch:
Zum heutigen Zeitpunkt sehe ich drei kritische Erfolgsfaktoren im Kontext von BIM:

  • Der Mensch: Bevor eine durchgängige Nutzung von Modelldaten entlang der gesamten Wertschöpfungskette Planen-Bauen-Betreiben vorstellbar ist, müssen wir einen Kulturwandel in den Köpfen der Menschen erreichen. BIM bedeutet neue Prozesse, neue Technologien, neue Rahmenbedingungen.
  • Die Technologie: BIM bedeutet die Nutzung neuer Technologien. Damit aber Akteure miteinander Informationen ohne Systembruch austauschen können, müssen die Hardware, die Software und natürlich die Datensprache sowohl benutzerfreundlich wie auch miteinander kompatibel sein. Hier sind wir auf einem guten Weg, um die Herausforderung zu meistern.
  • Der Prozess: BIM bedeutet auch einen Paradigmenwechsel in der Zusammenarbeit aller Akteure und Disziplinen beim Bauen. Dies bedingt auch neue Prozesse. Aktuell kämpfen wir noch damit, die BIM-Methodik in alte Muster und Prozesse zu implementieren.

Welche BIM-Anwendungsfälle eignen sich für die Bauunternehmer?
Koch:
Werden die zuvor genannten Herausforderungen gemeistert – und davon ist früher oder später auszugehen – ist die Anwendung von BIM längst nicht nur in der Planungsphase erfolgsversprechend. Der Bauunternehmer kann die BIM-Daten dazu nutzen, um eine effiziente Massenermittlung vorzunehmen und den Arbeitsfortschritt lückenlos zu dokumentieren. Die Daten können zudem für die Personal-, Schalungs- und Betonierplanung sowie für die Inbetriebnahme und Qualitätssicherung verwendet werden.

Was empfehlen Sie einem Mitglied, dass BIM einführen möchte?
Koch:
So bald als möglich mit BIM beginnen. Die Entwicklung und Einführung von BIM erfolgt in kleinen Schritten und erfordert laufende Optimierungen. Zu beachten ist, dass die Einführung von BIM das ganze Unternehmen betrifft. Bevor also eine BIM-fähige Software angeschafft wird, gilt es zumindest folgende Fragen zu klären:

  • Was will ich mit BIM erreichen? Was sind meine Ziele? Will ich die Kosten senken? Will ich die Planungssicherheit steigern? Oder gibt es andere Gründe für die Einführung von BIM?
  • Habe ich die notwendigen Kompetenzen und Ressourcen für BIM im Haus oder muss ich diese extern holen?
  • Welche BIM-Anwendungsfälle machen für mein Geschäftsmodell Sinn?
  • Finde ich ein passendes Projekt für die erste BIM-Anwendung?

Wurden diese Fragen geklärt, bedarf es für das Pilotprojekt ein innovatives, neugieriges Team, welches Erfahrungen mit BIM sammeln will – und sich nicht scheut, Fehler zu machen und aus diesen lernen zu wollen.

Zafer Bakir