Schnellwechsler: Was die Einigung Bauunternehmern bringt

Der Schweizerische Baumeisterverband SBV, der Verband der Schweizerischen Baumaschinenwirtschaft VSBM und die Suva haben sich nach Gesprächen geeinigt, die Umrüstung unsicherer Schnellwechseleinrichtungen SWE an Baggern vom 1.1.2020 bis zum 1.1.2025 zeitlich zu staffeln. Weitere Informationen finden Sie dazu hier. Die SBW wollte von Daniel Huwiler, Vorsitzender der Direktion und Mitglied des Verwaltungsrates der Strabag AG wissen, was die zeitliche Staffelung der Umrüstung den Betrieben bringt und wie er die neue Regelung wertet.

SBW: Wie beurteilen Sie diese Lösung aus Sicht des Bauunternehmers?

Daniel Huwiler: Diese Lösung entspricht den Bedürfnissen der betroffenen Bauunternehmer im Sinne einer Mindestanforderung. Durch das Verlängern der Übergangsfrist wird der übliche Investitionszyklus von circa acht bis zehn Jahren auf acht Jahre fixiert. Die alte Forderung der Suva, zusätzlich zum Verkaufsverbot auch ein hartes Verwendungsverbot per 1.1.2020 zu erlassen, hätte den Investitionszyklus auf maximal vier Jahre verkürzt. Dies wäre für uns Bauunternehmer und offenbar auch für die Baumaschinenhersteller nicht umsetzbar gewesen. Faktisch hätten wir im Extremfall einen bloss vierjährigen Schnellwechsler, welchen wir als zugelassenes Produkt gekauft haben, bereits wieder ersetzen müssen.

SBW: Das Bauhauptgewerbe ist eine Branche, in der hohe Investitionen erforderlich sind. Mit der Übergangslösung haben die Unternehmen mehr Zeit für die notwendigen Ersatzinvestitionen. Was heisst das für sie?

Huwiler: Wir haben in unserer Firma total 191 Schnellwechsler, davon sind 105 vom Verwendungsverbot betroffen. Bei einer Umsetzung auf den 1. Januar 2020, wie sie die Suva ursprünglich verlangt hat, hätte dies Kosten von circa 850 000 Franken verursacht. Bei einem jährlichen Investitionsvolumen beim Inventar von 5 Millionen Franken hätten also satte 17 Prozent davon für die Schnellwechsler verwendet werden müssen. Aufgrund der nun ausgehandelten Lösung beziehungsweise der Verlängerung des Eintrittes des Verwendungsverbotes auf den 1. Januar 2025 können wir die Erneuerung in einem moderat verkürzten Investitionszyklus von acht Jahren tätigen.

SBW: Der Trend, dass man für jede Arbeit das richtige Werkzeug hat, führt dazu, dass immer mehr SWE verwendet werden oder verwendet werden müssen. Sind Sie unter diesem Gesichtspunkt froh, dass die Unsicherheiten bezüglich deren Verwendung nun vom Tisch sind?

Huwiler: Ja, diese Bereinigung war dringend notwendig und ist ein Schritt in die richtige Richtung.

SBW: Der Fokus bei der Frage rund um die Arbeitssicherheit bei der Verwendung von SWE lag auf der Technik. Doch auch der Mensch spielt eine wichtige Rolle. Können mit gezielter Sensibilisierung der Mitarbeitenden hier Verbesserungen erwartet werden? Wie könnten diese aussehen?

Huwiler: Anlässlich der Quartalsschulungen zum Thema Arbeitssicherheit, werden wir die Thematik Gegendrucktest vertieft behandeln, aber auch alle im Schwenkbereich arbeitenden Mitarbeiter über die Gefahr sensibilisieren. Eine weitere Möglichkeit ist ein Kleber in der Fahrerkabine des Baggers mit der Aufschrift «Gegendrucktest gemacht!» Auch Give-Aways wie Kaffeetassen und so weiter mit dieser Aufschrift sind offenbar geplant. Aber das Schwergewicht liegt bei den Maschinisten. Betriebsinterne Instruktionen im Umgang mit betroffenen Schnellwechslern werden in den Wintermonaten durchgeführt.