Implenia: Internationalisierung hat sich ausbezahlt

Implenia ist in den ersten sechs Monaten organisch deutlich gewachsen. Umsatz, EBITDA und Auftragsbestand erreichen neue Höchstwerte. Die starke Entwicklung in den Märkten ausserhalb der Schweiz bestätigt die eingeschlagene Internationalisierungsstrategie.

Mit dem erzielten Wachstum macht die Gruppe einen wichtigen Schritt hin zum mittelfristigen Top-Line-Ziel von 5 Milliarden Franken. Alle Segmente weisen für die Berichtsperiode ein deutliches Umsatzplus aus und verfügen über ausgezeichnete Auftragsbestände. Auch das EBIT hat sich insgesamt gut entwickelt und notiert in der Nähe eines neuen EBIT-Höchststandes. Sehr gute Ergebnisse haben die Segmente Development und Infrastructure erreicht. Im Segment Schweiz gelingt Implenia, trotz den anhaltenden strukturellen Herausforderungen im Deutschschweizer Flächengeschäft, eine gute Performance. Ein deutlich verbessertes Ergebnis legt das Segment International vor, bleibt aber hinter den Erwartungen zurück. Für das Gesamtjahr ist Implenia optimistisch und rechnet mit einem EBIT (exkl. PPA) markant über dem bisherigen Rekordwert. Die Zielmarke von 140 Millionen Franken wird aber wohl im laufenden Jahr noch nicht erreicht. Die Mittelfristziele werden bestätigt. Erfreulich: Implenia hat markante Fortschritte beim Thema Nachhaltigkeit erreicht.

Implenia hat im ersten Halbjahr 2018 einen Umsatz von  2124 Millionen Franken (Vorjahr: CHF 1692 Mio.) erwirtschaftet, wobei sich das rein organische Wachstum auf 22 Prozent beläuft (fremdwährungsbereinigt: 18%) und die eingeschlagene Internationalisierungsstrategie bestätigt. Rund 70 Prozent des organischen Wachstums (fremdwährungsbereinigt: gut 60%) entfallen auf Aktivitäten ausserhalb der Schweiz. Auf Stufe EBITDA erzielt die Gruppe ein Ergebnis von  56,0 Millionen Franken nach 34,5 Millionen Franken im Vorjahr. Das EBIT der Geschäftsbereiche liegt unter Ausklammerung der Amortisationskosten für die im Zuge der Übernahmen in Deutschland erworbenen immateriellen Vermögenswerte (PPA) bei 29,5 Millionen Franken (Vorjahr: CHF 0,1 Mio.). Das operative Ergebnis (inkl. PPA) steigt auf 18,1 Millionen Franken, nachdem im Vorjahr ein Ergebnis von -9,6 Millionen Franken resultierte. Unter dem Strich erzielt die Gruppe ein Konzernergebnis von  8,9 Millionen Franken (Vorjahr: CHF -11,9 Mio.).

Der saisonal bedingt negative Free Cashflow fällt mit  -138,9 Millionen Franken aufgrund der Finanzierung des starken Wachstums tiefer aus (Vorjahr: CHF -66,5 Mio.). Entsprechend nahmen die Objekte in Arbeit sowie die Forderungsbestände deutlich zu. Insgesamt ist die operative Entwicklung der Gruppe positiv. Die Auftragsbücher entwickeln sich ausgezeichnet. Per Ende Juni 2018 lag der Auftragsbestand bei 6234 Millionen Franken und damit über dem Höchststand des Vorjahres von CHF 6077 Millionen Franken. Die relevanten Märkte bieten klare Wachstumsperspektiven und Implenia ist gut positioniert, dieses Potenzial künftig auszuschöpfen.

Segment Development mit neuem Rekordergebnis

Erneut ein ausgezeichnetes Ergebnis hat im ersten Semester das Segment Development erzielt. So ist das EBIT im ersten Semester 2018 mit 22,7 Millionen Franken (Vorjahr: CHF 20,4 Mio.) denn auch ein neuer Rekordwert. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einer Steigerung von 12 Prozent. Der Markt ist gut und zahlreiche Projekte konnten in der Berichtsperiode erfolgreich abgeschlossen werden. Der Schwerpunkt der Aktivitäten liegt unverändert in den starken Wachstumsregionen im Grossraum Zürich und entlang des Arc lémanique. Die volle Pipeline und die hohe Qualität der Entwicklungsprojekte stimmen zuversichtlich für die Zukunft.

Deutliches Umsatzwachstum im Segment Schweiz

Implenia fasst hier die Leistungen aus dem Hochbau (General- und Totalunternehmergeschäft, Modernisierung) sowie dem Strassen- und Tiefbau (inkl. Produktionswerke) in der Schweiz zusammen. Der Umsatz ist im Vergleich zum Vorjahr um 13 Prozent auf 1202 Millionen Franken gestiegen (Vorjahr: CHF 1062 Mio.). Das Wachstum in den verschiedenen Geschäftsbereichen des Segments liegt im Rahmen der Erwartungen. Das EBIT verbesserte sich auf  1,6 Millionen Franken, nachdem im Vorjahr aufgrund einmaliger Anpassungen ein Ergebnis von  -15,6 Millionen Franken ausgewiesen werden musste. Der Geschäftsbereich Buildings hat die sehr gute Entwicklung aus dem zweiten Halbjahr 2017 fortgesetzt und das Modernisierungsgeschäft hat sich im Vergleich zur Vorjahresperiode deutlich gesteigert. Im Strassen- und Tiefbau ist der Effekt der eingeleiteten Optimierungsmassnahmen in der Deutschschweiz noch nicht wie erhofft ersichtlich. Die Bereinigung der strukturellen Herausforderungen im Schweizer Flächengeschäft schreitet weniger schnell voran als erwartet. Der Auftragsbestand lag mit 3278 Millionen Franken per Stichtag deutlich über dem entsprechenden Vorjahreswert von 2941 Millionen Franken.

Segment Infrastructure übertrifft die Erwartungen

Sehr positiv hat sich das Segment Infrastructure entwickelt. Seit dem zweiten Halbjahr 2017 haben verschiedene Grossprojekte an Fahrt aufgenommen und entfalten einen positiven Umsatzeffekt. Der Umsatz hat sich um 41 Prozent auf 361,5 Millionen Franken (Vorjahr: CHF 257,0 Mio.) und das EBIT (exkl. PPA) um 36 Prozent auf  10,6 Millionen Franken erhöht (Vorjahr: CHF 7,8 Mio.). Diese erfreuliche Entwicklung stellt Implenia nicht nur bei den Tunnel- und Spezialtiefbauprojekten in den Heimmärkten fest, sondern auch im Markt Frankreich. Das Umsatzwachstum im gesamten Segment wird sich mit einer gewissen Verzögerung auch in einer guten Gewinndynamik niederschlagen. Implenia ist im Infrastrukturbau sowohl national wie auch international ausgezeichnet positioniert.

Segment International auf dem richtigen Weg

Trotz einem ebenfalls deutlich verbesserten Ergebnis erfüllt das Segment International die Erwartungen noch nicht. Der Turnaround in Norwegen beansprucht dabei deutlich mehr Zeit als ursprünglich erwartet. Der erhoffte Break-even kann daher im laufenden Jahr noch nicht erreicht werden. Belastend wirkt auch, dass beim Hochbau Deutschland nun zum ersten Mal die saisonal schwachen Monate Januar und Februar konsolidiert sind. Implenia Hochbau Deutschland hat insgesamt aber ein gutes Resultat erzielt. Die weiteren Einheiten im Segment International weisen eine Leistung im Rahmen des Vorjahres aus. Der Umsatz steigt insgesamt um 35 Prozent auf 732,3 Millionen Franken (Vorjahr: CHF 541,1 Mio.) und das EBIT (exkl. PPA) verbessert sich zur Vorjahresperiode auf  -5,5 Millionen Franken (Vorjahr: CHF -12,5 Mio.). Per Ende Juni 2018 beläuft sich der Auftragsbestand auf 1769 Millionen Franken nach 1683 Millionen Franken im Vorjahr.

Vierter Nachhaltigkeitsbericht

Im August 2018 legt Implenia den vierten Nachhaltigkeitsbericht vor. Dieser folgt den neusten Richtlinien der GRI und vermittelt ein umfassendes Bild über das Nachhaltigkeitsengagement von Implenia in der Berichtsperiode 2016/2017. In der Berichtsperiode erhielt das Thema durch verschiedene Initiativen wieder mehr Dynamik. Trotzdem, es gibt weiter viel Potenzial, etwa beim Lieferantenmanagement oder beim ökologischen Fussabdruck auf Baustellen. Dass sich die Nachhaltigkeitsbestrebungen auch beim Thema «Finanzielle Exzellenz» spürbar auszahlen, zeigt der jüngst aufgestockte Konsortialkredit. Als erstes Industrieunternehmen in der Schweiz wird die anwendbare Kreditmarge teilweise an die von Sustainalytics erhobene Nachhaltigkeitsperformance gekoppelt.

Mittelfristziele bestätigt

Vor dem Hintergrund der rekordhohen Auftragsbücher und des intakten Marktumfelds erwartet Implenia eine anhaltend positive Entwicklung im zweiten Halbjahr 2018, auch wenn die Schwelle von  140 Millionen Franken im laufenden Jahr wohl noch nicht erreicht werden dürfte. Die Gewinndynamik sollte sich in der zweiten Jahreshälfte verstärken, sodass das Gesamtjahr substanziell besser ausfallen wird als das Vorjahr. Neben Umsatz und EBITDA würde Implenia mit einem erwarteten EBIT der Geschäftsbereiche von rund 130 Millionen Franken auch auf dieser Stufe eine neue Höchstmarke in ihrer Geschichte setzen. Die im Frühjahr 2017 kommunizierten Mittelfristziele von einem Top-Line-Volumen von rund  5 Milliarden Franken und einer EBITDA-Marge zwischen 5,25 Prozent und 5,75 Prozent werden bestätigt.

Auf dem Bild sieht man die Mühlheimer Brücke im Norden von Köln. Implenia erhielt im Frühjahr den Auftrag, sie von Grund auf instand zu stellen.